Kapita

Kapita | Kapita
„Ka-pi-ta“ ist der offizielle Titel, der einem Kongolesen verliehen wird, dessen Auftrag es ist, seine Landsleute im Namen seines weißen Herrn zu unterdrücken – auf Plantagen, in Fabriken, im Handel und an anderen Schauplätzen kapitalistischer Extraktion und Produktion.
Einerseits ist die Geschichte der Ausbeutung im Kongo von der Kolonialzeit bis heute gut dokumentiert. Es gibt eine Vielzahl an Bildern der Kupfer- und Kobaltminen, die die industrielle Revolution antrieben, ebenso wie von den für die derzeitige elektronische Revolution unerlässlichen Coltan- und Niobiumminen. Doch so sehr sie sich bemühen Gewalt aufzudecken – solche Bilder machen die Motoren der Ausbeutung oft unsichtbar. Kapita verbindet bearbeitete Archivbilder mit zeitgenössischen Aufnahmen und enthüllt so Strukturen des Aus- und Eingrabens in der kolonialen Repräsentation – und Ausbeutung – von Land, Menschen und Minen in Zentralafrika. Die historischen Filmaufnahmen werden ihrerseits zu Minen in denen der Film nach dem sucht, was sie verdecken: die von den auf weiße Haut geeichten Kameras in Luft aufgelösten Schwarzen Arbeiter*innen, der kollaterale Tod und die unter der Infrastruktur vergrabene Zerstörung. (Petna Ndaliko Katondolo)
von Petna Ndaliko Katondolo
mit Precy Numbi, Mega Mingiedi, Chivas Tsongo, Sarah Mukadi
USA 2020 Ohne Sprache 22’ Farbe & Schwarz-Weiß

Teil des Berlinale Summer Special

Mit

  • Precy Numbi (Robot)
  • Mega Mingiedi (Chief )
  • Chivas Tsongo (Goat Man )
  • Sarah Mukadi (Queen )

Stab

Regie, BuchPetna Ndaliko Katondolo
KameraEmmanuel  Vinywasiki Katya 
MontagePetna Ndaliko Katondolo
Sound DesignPetna Ndaliko Katondolo
TonJay Safari
ProduktionsleitungGanza Buroko
Producer*inCherie Rivers Ndaliko
Ausführende*r Produzent*inCherie Rivers Ndaliko

Produktion

Alkebu Film Production

Petna Ndaliko Katondolo

Petna Ndaliko Katondolo, geboren 1974 in Goma, Kongo, ist Filmemacher, Aktivist und Dozent. Er lebt aktuell zwischen seiner Heimatstadt und Chapel Hill. Seine genreübergreifenden Arbeiten werden für ihren dekolonialen afrofuturistischen Stil geschätzt, der historische Inhalte mit zeitgenössischen gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen verbindet. 2000 gründete er Yole!Africa, eine gemeinnützige Organisation, die im Osten Kongos als Zentrum für Bildung und soziale Innovation für Künstler*innen, führende Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft und Journalist*innen dient. 2005 gründete er das Congo International Film Festival (vormals bekannt als Salaam Kivu International Film Festival). Neben seiner Tätigkeit als künstlerischer Leiter von Yole!Africa und des Congo International Film Festival, unterrichtet und berät er regelmäßig internationale Organisationen, die sich mittels Kultur- und Bildungsinitiativen mit sozialer und politischer Ungerechtigkeit unter marginalisierten Gruppen befassen. Derzeit ist er Gaststipendiat am Stone Center for Black History and Culture an der Universität von North Carolina in Chapel Hill. 2020 wurde sein Film Matata im Forum Expanded gezeigt.

Filmografie

2004 Théâtre Brûlé; 10 Min. · Lamokowang; 13 Min. 2005 Threatened Fate; 7 Min. · Ma-dia; 7 Min. · Goma Capitale du Cinéma; 21 Min. 2007 Pandisha Bandera; 45 Min. 2008 True Story Short; 13 Min. 2010 Jazz Mama; 32 Min. 2012 Melting Justice; 5 Min. 2013 Mabele na Biso; 34 Min. 2014 Myth Eyes; 3 Min. 2016 The Dead Are Not Dead; 10 Min. 2019 Danze; 21 Min. · Matata; 37 Min., Forum Expanded 2020 2020 Kapita

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2021