La veduta luminosa

The Luminous View
Spinnennetz und Fliegenauge, erzählt Herr Emmer in einem lichten Moment, seien auf perfekte Weise abgestimmt. Die Fäden des Netzes seien so gesponnen, dass sie dem Facettenauge unsichtbar blieben. In ihr Unheil fliegt die Fliege, ohne es zu ahnen.
La veduta luminosa hat selbst etwas von einem Netz, in das man sich einwickeln lässt, wenn auch nicht blind wie die Fliege, sondern becirct von den Bildern aus weichgezeichneten und scharf gestellten Flächen, aus Verschwommenem und Schimmerndem. Dabei lässt sich früh ahnen, dass hier eine Figur agiert, die ihre besten Tage hinter sich hat: der genialische Künstler, der sich den Konventionen menschlichen Miteinanders entzieht. Herr Emmer heißt er, und seine Assistentin wird um ihre Rolle nicht beneidet. Im Auto sind die beiden unterwegs nach Tübingen. Dort wartet ein Filmprojekt zum deutschen Dichter Hölderlin, der dem Wahnsinn anheimfiel und trotzdem weiterschrieb. Im Weg stehen die Alpen, der Wald und Herr Emmers Allgemeinzustand.
So wird die Fahrt zum Irrgang, und die Augen sehen je nach Lichteinfall ein Requiem auf das Modell der genialischen Künstlerpersönlichkeit oder dessen Vivisektion.
von Fabrizio Ferraro
mit Alessandro Carlini, Catarina Wallenstein, Freddy Paul Grunert
Italien / Spanien 2021 Italienisch,  Englisch 88’ Farbe

Teil des Berlinale Summer Special

Mit

  • Alessandro Carlini
  • Catarina Wallenstein
  • Freddy Paul Grunert

Stab

Regie, BuchFabrizio Ferraro
KameraFabrizio Ferraro
MontageFabrizio Ferraro
Sound DesignSimone Frati
TonSimone Frati
Production DesignFederica Formaggi
KostümFederica Formaggi
RegieassistenzFelice D'Agostino
Production ManagerFabio Fusco
Executive ProducerFabio Parente
Produzent*innenMarta Reggio, Fabrizio Ferraro, Marcello Fagiani
Co-Produzent*inLuis Miñarro
Co-ProduktionEddie Saeta, Barcelona
Rai Cinema, Rom

Produktion

Boudu-Passepartout

Fabrizio Ferraro

Geboren 1974 in Rom, Italien. Er hat seit 2006 zwölf Dokumentar- und Spielfilme gedreht, von denen viele auf den großen europäischen Festivals gezeigt wurden, zuletzt Gli Indesiderati d’Europa (2018) und Checkpoint Berlin (2020).

Filmografie

2008 Tetralogia di film-studio sull’amatorialità; 4 x 60 Min. 2009 Je suis Simone – La condition ouvrière; 82 Min. 2010 Piano sul pianeta – Malgrado tutto, coraggio Francesco!; 80 Min. 2011 Ethos (verrà presto il giorno in cui gli attori e le attrici non crederanno più che le loro maschere e i loro costumi siano essi stessi); 30 Min. · Penultimo Paesaggio; 114 Min. 2013 Quattro notti di uno straniero; 90 Min. 2015 Quando dal cielo; 95 Min. 2016 Sebastian0; 90 Min. 2017 Colossale Sentimento; 83 Min. 2018 Gli Indesiderati d’Europa (Les Unwanted de Europa); 112 Min. 2020 Checkpoint Berlin; 62 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2021