Domangchin yeoja

The Woman Who Ran | Die Frau, die rannte
Während ihr Mann auf einer Geschäftsreise ist, trifft Gamhee in den Vororten von Seoul drei Frauen. Zunächst besucht sie nacheinander zwei enge Freundinnen, der dritten begegnet sie zufällig im Kino. Auf den ersten Blick erscheint der Minimalismus von Regiemeister Hong Sangsoo in dessen 24. Film noch ausgeprägter als früher. Lange Einstellungen und ein dialog- und zoomlastiger Stil reduzieren alles auf die Essenz. Gezeigt werden drei Treffen mit leichten Wiederholungen und Variationen. Doch die luftige Struktur des Films wird von unerwünschten Interventionen seitens cholerischer Männer unterbrochen, und von Gamhees Seite schwingt in den Gesprächen mit ihren Freundinnen viel Ungesagtes mit. Auch der Titel bleibt mysteriös: Wer genau ist die Frau, die rannte? Wovor rennt sie weg und warum? Hong ist als Künstler weiter gereift, und es ist an der Zeit, ihn nicht länger mit Eric Rohmer oder Woody Allen zu vergleichen, eher mit Anton Tschechow. Sein Thema ist das Menschsein. Wie es ist zu sein, zu leben, und wie sich das in unserer Kommunikation ausdrückt. Domangchin Yeoja ist ein betörendes, rätselhaftes Juwel, das einmal mehr nahelegt: Die Anzahl möglicher Welten ist endlos.
von Hong Sangsoo
mit Kim Minhee, Seo Younghwa, Song Seonmi, Kim Saebyuk, Lee Eunmi, Kwon Haehyo, Shin Seokho, Ha Seongguk
Republik Korea 2019 Koreanisch 77’ Farbe Weltpremiere

Mit

  • Kim Minhee (Gamhee)
  • Seo Younghwa (Youngsoon)
  • Song Seonmi (Suyoung)
  • Kim Saebyuk (Woojin)
  • Lee Eunmi (Youngji)
  • Kwon Haehyo (Mr. Jung)
  • Shin Seokho (Katzenmensch)
  • Ha Seongguk (Junger Poet)

Stab

Regie, BuchHong Sangsoo
KameraKim Sumin
MontageHong Sangsoo
MusikHong Sangsoo
TonSeo Jihoon
RegieassistenzShin Seokho
Produzent*inHong Sangsoo
Ausführende*r Produzent*inHong Sangsoo

Produktion

Jeonwonsa Film Co. Production

Weltvertrieb

Finecut

Hong Sangsoo

Geboren 1960 in Seoul, Republik Korea. Seit 1996 realisierte er als Drehbuchautor und Regisseur 24 Filme. Im Wettbewerb der Berlinale war er bereits viermal zu Gast, zuletzt 2020 mit The Woman Who Ran.

Filmografie (Auswahl)

1996 Daijiga umule pajinnal (The Day a Pig Fell Into the Well) 1998 Kangwon-do ui him (The Power of Kangwon Province) 2000 Oh soo-jung (Virgin Stripped Bare by Her Bachelors) 2002 Saenghwalui balgyeon (Turning Gate) 2004 Yeojaneun namjaui miraeda (Woman Is the Future of Man) 2005 Geuk jang jeon (A Tale of Cinema) 2006 Haebyuneui Yeoin (Woman on the Beach) 2008 Bam gua nat (Night and Day) 2009 Jal al-ji-do mot-ha-myeon-seo (Like You Know It All) 2010 Hahaha · Ok-hui-ui yeonghwa (Oki’s Movie) 2011 Book-chon-bang-hyang (The Day He Arrives) 2012 Da-reun na-ra-e-seo (In Another Country) 2013 Nugu-ui ttal-do anin haewon (Nobody’s Daughter Haewon) · U ri sunhi (Our Sunhi) 2014 Jayueui onduk (Hill of Freedom) 2015 Jigeumeun matgo geuttaeneun teullida (Right Now, Wrong Then) 2016 Dangsinjasingwa dangsinui geot (Yourself and Yours) 2017 Bamui haebyun-eoseo honja (On the Beach at Night Alone) · Keul-le-eo-ui ka-me-la (Claire’s Camera) · Geu-hu (The Day After) 2018 Pul-lp-Deul (Grass) 2019 Gang-Byun-Ho-Tel (Hotel by the River) · Domangchin yeoja (The Woman Who Ran) 2020 Inteurodeoksyeon (Introduction)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2021