Al-Houbut

The Landing
Leben sie in der Wüste oder haben sie sich in ihr verlaufen? Sicher ist, die drei Männer sind mit den Ruinen der modernen Zeit konfrontiert, sie sind Entdecker vergangener Tage oder Performer in einer existierenden Architektur. Ihre Begegnungen, Bewegungen und Standortbeurteilung loten einen Raum akustisch aus. Der Film spielt in Shaabiyat al Ghurayfah, einem Sozialwohnungsprojekt in Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das in den achtziger Jahren für die Nachkommen der Ketbi-Beduinen gebaut wurde. Dieser inzwischen völlig verlassene Ort war Zeuge des ersten Umzugs von Beduinenfamilien aus Zelten in moderne Behausungen.
Der Film entfaltet sich als ein Repertoire einfacher Gesten, von denen einige von den Performances des Künstlers Hassan Sharif inspiriert sind und sich spielerisch mit Architektur, Vegetation, Raum, Bewegung, Übergängen, Überwachung und Perspektive auseinandersetzen. Kabel, Abwasserrohre, Schläuche, Schaufeln, Küchengeräte, Gebläse und sogar ein vor Ort landender Hubschrauber werden in diesem Film eher wegen ihres klanglichen als wegen ihres narrativen Potenzials eingesetzt – und erzeugen Brüche, Konfrontationen und Transformationen in einer abgebrochenen Erzählung.
von Akram Zaatari
mit Sharif Sehnaoui, Ali Hout, Abed Kobeissy
Libanon / Vereinigte Arabische Emirate 2019 Arabisch, Englisch 63’ Farbe Dokumentarische Form

Mit

  • Sharif Sehnaoui
  • Ali Hout
  • Abed Kobeissy

Stab

Regie, Buch Akram Zaatari
Kamera Talal Khoury
Montage Rita Mounzer
Sound Design Victor Bresse
Ton Victor Bresse
Production Design Khaled El Sawy
Regieassistenz Nagham Abboud
Produktionsleitung Lara Chekerdjian
Produzent*in Akram Zaatari
In Auftrag gegeben von Omar Kholeif Sharjah Biennial 14

Produktion

Akram Zaatari

Akram Zaatari

Akram Zaatari, geboren 1966 in Saida, Libanon, lebt und arbeitet in Beirut. Er hat Filme und Videos produziert, denen allen das Interesse gemeinsam ist, Geschichten und Praktiken zu schreiben, die mit Ausgrabungen, politischem Widerstand, dem Leben ehemaliger Kämpfer, dem Erbe einer erschöpften Linken und der Verbreitung von Bildern in Kriegszeiten zu tun haben. Zaatari hat eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der formalen, intellektuellen und institutionellen Infrastruktur der zeitgenössischen Kunstszene Beiruts gespielt. Als Mitbegründer der Arab Image Foundation hat er unschätzbare und kompromisslose Beiträge zum breiteren Diskurs über Bewahrung und Archivierungspraxis geleistet. Zaatari repräsentierte den Libanon auf der Venedig-Biennale 2013 mit seinem Film Letter to a Refusing Pilot. Seine Arbeiten werden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert.

Filmografie (Auswahl)

1997 Al-Sharit Bi-Khayr (All Is Well on the Border); 45 Min. 2003 Al-Yaoum (This Day); 86 Min. 2005 Fo Haza al-Bayt (In This House); 13 Min. 2008 Tabiah Samitah (Nature Morte); 10 Min. 2010 Tomorrow Everything Will Be Alright; 10 Min. 2011 Hia wa Houa (Her + Him); 33 Min. 2013 The End of Time; 14 Min. · Letter to A Refusing Pilot; 34 Min. 2014 Beirut Exploded Views; 30 Min. 2015 Thamaniat wa ushrun laylan wa bayt min al-sheir (Twenty-Eight Nights and a Poem); 120 Min., Forum 2015 2018 The Script; 7 Min., Forum Expanded 2019 · The Script 2019 Al-Houbut (The Landing); 63 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020