Les yeux ne veulent pas en tout temps se fermer ou Peut-être qu’un jour Rome se permettra de choisir à son tour (Othon)

Eyes Do Not Want to Close at All Times or Perhaps One Day Rome Will Permit Herself to Choose in Her Turn (Othon)
Auf der Grundlage eines Dramas von Pierre Corneille drehen Straub & Huillet einen Film über Othon, der, um römischer Kaiser zu werden, seiner Braut entsagen und die Nichte des aktuellen Herrschers heiraten muss. Erzählt wird in meist statischen Anordnungen von ein, zwei, drei oder vier Menschen vor Szenerien aus dem Rom der Gegenwart samt Straßenlärm. Die Dialoge verzichten auf die üblichen Betonungen und werden zu einem Schwall, der Details ertrinken lässt und in dessen Kern sich dennoch das Thema Individuum und Gesellschaft abzeichnet. Les yeux ne veulent pas en tout temps se fermer ou Peut-être qu’un jour Rome se permettra de choisir à son tour (Othon) ist ein Film der Diskrepanzen, die ästhetisch gefasst zwischen Leinwand und Zuschauer*in verhandelt werden: zwischen Sehen und Verstehen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Theater und Kino, der Politik und den Gefühlen.
von Jean-Marie Straub, Danièle Huillet
Mit Adriano Aprà, Anne Brumagne, Ennio Lauricella, Olimpia Carlisi, Anthony Pensabene, Jubarita Semaran, Jean-Claude Biette, Leo Mingrone, Gianna Mingrone, Marilù Parolini, Eduardo De Gregorio, Sergio Rossi, Sebastian Schadhauser, Jacques Fillion
Bundesrepublik Deutschland / Italien 1970 Französisch 88’ Farbe

Mit

  • Adriano Aprà (Othon)
  • Anne Brumagne (Plautina)
  • Ennio Lauricella (Galba)
  • Olimpia Carlisi (Camilla)
  • Anthony Pensabene (Vinius)
  • Jubarita Semaran (Laco)
  • Jean-Claude Biette (Marcianus)
  • Leo Mingrone (Albinus)
  • Gianna Mingrone (Albiane)
  • Marilù Parolini (Flavia)
  • Eduardo De Gregorio (Atticus)
  • Sergio Rossi (Rutilkus)
  • Sebastian Schadhauser (Erster Soldat)
  • Jacques Fillion (Zweiter Soldat)

Stab

RegieJean-Marie Straub, Danièle Huillet
BuchJean-Marie Straub, Danièle Huillet, nach 'Othon' von Pierre Corneille
KameraUgo Piccoune, Renato Berta
TonLouis Hochet, Lucien Moreau

Produktion

Janus Film- und Fernsehen-Vertriebsgesellschaft

Frankfurt am Main, Deutschland

Jean-Marie Straub

Geboren 1933 in Metz, Frankreich. 1951 nahm er ein Studium in Straßburg und Nancy auf, daneben leitete er einen Filmclub in Metz. Mitte der 1950er-Jahre ging Straub nach Paris, wo er seine spätere Ehefrau Danièle Huillet kennenlernte. Seit dem Tod seiner Frau 2006 führt Straub seine Filmarbeit alleine fort.

Filmografie

1962 Machorka-Muff; 18 Min., Retrospektive 2002 1965 Nicht versöhnt oder es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht; 53 Min., Retrospektive 2002 1967 Chronik der Anna Magdalena Bach (Chronicle of Anna Magdalena Bach); 94 Min, Retrospektive 1990 und 2010 1972 Geschichtsunterricht; 88 Min. 1975 Moses und Aron; 110 Min. 1979 Von der Wolke zum Widerstand; 104 Min. 1983 Klassenverhältnisse (Class Relations); 130 Min., Wettbewerb 1984 1986 Der Tod des Empedokles – oder: Wenn dann der Erde Grün von neuem euch erglänzt (The Death Of Empedocles); 132 Min., Wettbewerb 1987 1990 Cézanne; 65 Min., Forum 1991 1991 Antigone; 100 Min., Panorama 1992, Panorama (Sondervorführung) 2000 1997 Von heute auf morgen. Oper in einem Akt von Arnold Schönberg; 62 Min. 1999 Sicilia!; 66 Min. 2001 Arbeiter, Bauern; 123 Min. 2006 Quei loro incontri; 68 Min. 2014 À propos de Venise; 23 Min. 2017 Où en êtes-vous, Jean-Marie Straub?; 7 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020

Danièle Huillet

Geboren 1936 in Paris. Mitte der 1950er-Jahre lernte sie ihren späteren Ehemann Jean-Marie Straub kennen, mit dem sie von da an eng zusammenarbeitete. 1958 zogen beide nach Deutschland und drehten ihren ersten Kurzfilm Machorka-Muff. Ab Ende der 1960er-Jahre lebten Straub und Huillet in Italien, wo ihr erster Farbfilm Les yeux ne veulent pas en tout temps se fermer ou Peut-être qu’un jour Rome se permettra de choisir à son tour (Othon) (1970) entstand. Huillet starb 2006.

Filmografie

1962 Machorka-Muff; 18 Min., Retrospektive 2002 1965 Nicht versöhnt oder es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht; 53 Min., Retrospektive 2002 1972 Geschichtsunterricht; 88 Min. 1975 Moses und Aron; 110 Min. 1979 Von der Wolke zum Widerstand; 104 Min. 1983 Klassenverhältnisse (Class Relations); 130 Min., Wettbewerb 1984 1986 Der Tod des Empedokles – oder: Wenn dann der Erde Grün von neuem euch erglänzt (The Death Of Empedocles); 132 Min., Wettbewerb 1987 1990 Cézanne; 65 Min., Forum 1991 1991 Antigone; 100 Min., Panorama 1992, Panorama (Sondervorführung) 2000 1997 Von heute auf morgen. Oper in einem Akt von Arnold Schönberg; 62 Min. 1999 Sicilia!; 66 Min. 2001 Arbeiter, Bauern; 123 Min. 2006 Quei loro incontri; 68 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020