Ossessione

Obsession
Der Drifter Gino trifft im Po-Delta auf Giovanna, die Frau eines Tankstellenbesitzers. Sie möchte ihrem tristen Leben an der Seite des dumpfen Ehemanns entrinnen und verlangt von Gino bedingungslose Liebe. Visconti adaptiert für seinen Film, der als Vorläufer des Neorealismus gilt, den Roman von James M. Cain, reduziert die Elemente der Kriminalgeschichte und konzentriert sich auf das Melodramatische und Existenzielle: Die kargen Landstriche sind Rahmen und Gefängnis der Leidenschaften, die den Menschen weder der materiellen Armut noch der gesellschaftlichen Enge entfliehen helfen. Dem Realismus der Orte setzt Visconti die Künstlichkeit seiner Inszenierungen entgegen, kurze Momente, in denen sich die Figuren aus ihrer Welt lösen. In Italien musste der Film aus moralischen Bedenken um fast 40 Minuten gekürzt werden. Die vorliegende Fassung stellt die bisher umfassendste des Films dar.
von Luchino Visconti
Mit Massimo Girotti, Clara Calamai, Juan de Landa, Elio Marcuzzo, Vittorio Duse, Dhia Cristiani, Michele Riccardini, Michele Sakara
Italien 1942 Italienisch 140’ Schwarz-Weiß

Mit

  • Massimo Girotti (Gino)
  • Clara Calamai (Giovanna)
  • Juan de Landa (Bragana)
  • Elio Marcuzzo
  • Vittorio Duse
  • Dhia Cristiani
  • Michele Riccardini
  • Michele Sakara

Stab

RegieLuchino Visconti
BuchMario Alicata, Giuseppe de Santis, Antonio Pietrangeli, Gianni Puccini, Luchino Visconti, Alberto Moravia, nach dem Roman "The Postman Always Rings Twice" von James M. Cain
KameraAldo Tonti, Domenico Scala
MontageMario Serandrei
MusikGiuseppe Rosati

Produktion

I . C . I.

Rom, Italien

Zusatzinformationen

Courtesy Viggo S.R.L.

Luchino Visconti

Geboren 1906 in Mailand. 1942 drehte er seinen Debütfilm Ossessione. Daran anschließend inszenierte Visconti Filme, die den italienischen Neorealismus mitbegründeten. Ab den 1960er-Jahren widmete er sich in seinen Werken vor allem der Welt des Großbürgertums und Adels. Zu seinen Filmen zählen Literaturverfilmungen wie Il Gattopardo und die sogenannte ‚Deutsche Trilogie‘ (La caduta degli dei, Morte a Venezia, Ludwig). Außerdem inszenierte Visconti zahlreiche Theaterstücke und Opern. Er starb 1976.

Filmografie

1945 Giorni di gloria (Tage des Ruhms); 70 Min., Retrospektive 1990 1948 La Terra Trema (Die Erde bebt); 165 Min., Forum 1972, Retrospektive 1997 1951 Bellissima; 151 Min., Retrospektive 2006 1954 Senso (Sehnsucht); 117 Min., Retrospektive 1988 1957 Le notti bianche (White Nights / Weiße Nächte); 102 Min., Retrospektive 2006 1960 Rocco e i suoi fratelli (Rocco and His Brothers / Rocco und seine Brüder); 177 Min. 1963 Il Gattopardo (The Leopard / Der Leopard); 184 Min. 1965 Vaghe stelle dell' Orsa... (Sandra); 100 Min., Retrospektive 2005 1969 La caduta degli dei (The Damned / Die Verdammten); 156 Min., Hommage 2019 1971 Morte a Venezia (Death in Venice / Tod in Venedig); 130 Min. 1973 Ludwig (Ludwig II.); 238 Min. 1974 Gruppo di famiglia in un interno (Conversation Piece / Gewalt und Leidenschaft); 117 Min. 1976 L’Innocente (The Innocent / Die Unschuld); 129 Min.

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2020