Berlinale: Extras


Nasrin Sotoudeh in Iran verurteilt

Nasrin Sotoudeh in Taxi Teheran von Jafar Panahi

Die Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh, die 2012 zusammen mit Jafar Panahi den Sacharow-Preis erhalten hat, ist im Iran zu 33 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt worden. In Panahis Film Taxi Teheran (Goldener Bär 2015) spielt Sotoudeh sich selbst: Eine Anwältin, die Berufsverbot hat. Sie spricht über Verhöre, Verhaftungen, die Schikanen gegen ihre Klienten. Sotoudeh hatte sich unter anderem gegen den Kopftuchzwang engagiert. Sie vertritt Minderjährige in Todeszellen, junge Frauen, die gegen den Kopftuchzwang demonstrierten und setzt sich unter anderem für die Rechte der diskriminierten religiösen Minderheit der Bahai ein. In dem Urteil, das in Abwesenheit von Sotoudeh und ohne ihr Wissen gefällt wurde, werden ihr Vergehen wie „Propaganda gegen das Regime“, „Förderung von Korruption und Prostitution“ sowie „Verbreitung falscher Nachrichten, um die öffentliche Meinung zu manipulieren“ vorgeworfen.

In einem anderen Prozess war Nasrin Sotoudeh bereits zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, so dass ihr fast vier Jahrzehnte Gefängnis drohen.

In der Amnesty-Meldung zu Nasrin Sotoudeh heißt es: „Dies ist das härteste Urteil, das Amnesty International in den letzten Jahren gegen Menschenrechtsverteidiger im Iran dokumentiert hat, was darauf hindeutet, dass die Behörden - ermutigt durch die weitgehende Straflosigkeit bei Menschenrechtsverletzungen - ihre Repression verstärken.“

Auch der Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ist erschüttert. „Das unmenschliche Urteil gegen Nasrin Sotoudeh hat uns bestürzt. Mutig und unerschrocken hat sich die Anwältin in ihrer Heimat für die Menschenrechte eingesetzt. Die Berlinale dankt Außenminister Heiko Maas für seine klare Stellungnahme und fordert die Bundesregierung auf, auch weiterhin bei der iranischen Regierung gegen das Urteil zu protestieren und die Freilassung von Sotoudeh zu fordern.

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die Amnesty-Petition zur Freilassung von Sotoudeh zu unterzeichnen: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/nasrin-sotoudeh-freilassen.