TEDDY-Veranstaltungen leben von einer Atmosphäre der Nähe. Jahr für Jahr kommen Filmschaffende, Programmierende, Produzent*innen und Verleiher*innen aus aller Welt zusammen, um in Kinofoyers oder bei Panels über die Stadt verteilt Räume des Austauschs zu schaffen. Mit ihren klar queeren Perspektiven durchbrechen diese Begegnungen etablierte Strukturen und zeigen, wie queeres Kino nicht nur Gemeinschaft stiftet, sondern auch Programmierungspraktiken, das Publikum und die Gespräche rund um die Filme verändert. Eine besondere Rolle spielt dabei das Arsenal Filminstitut. Zu seinen Gründungsmitgliedern gehörte Manfred Salzgeber – später erster Leiter der Berlinale‑Sektion <em class="program">Panorama</em> und Mitbegründer des TEDDY AWARD –, dessen Einfluss die Ausrichtung des Hauses auf queere Filmkultur nachhaltig prägte. 1971 fand dort die Premiere von Rosa von Praunheims <em class="film-other">Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt </em>statt, ein Meilenstein in der queeren Filmgeschichte mit internationaler Wirkung. Das gemeinsame Sehen von Filmen, in denen die eigenen Erfahrungen sichtbar werden, hat queere Filmfestivals von Beginn an zu mehr als nur Vorführorten gemacht: zu Räumen kollektiver Zugehörigkeit, in denen Repräsentation zu geteilter Anerkennung wird und das Filmegucken selbst Teil der kulturellen und politischen Erfahrung queeren Kinos ist.