Queer Cinema wirkt wie ein Teilchenbeschleuniger, queere Filmfestivals wie Katalysatoren. Aus lokalen Kollektiven hervorgegangen sind diese Festivals zu bedeutenden Community-Events gewachsen – oft Seite an Seite mit unabhängigen Kinos. Seit Jahrzehnten fungieren sie als zentrale Verbreitungsstrukturen für queeres Filmschaffen. Auch der TEDDY entstand aus dem Zusammenschluss des LGBT Film Festival Kollektivs. Die jährlichen Treffen des Kollektivs auf der Berlinale brachten nicht nur die Idee des Preises hervor, sondern schufen auch einen Raum, in dem Festivals Erfahrungen austauschen, ihre Programme erweitern und die Sichtbarkeit ihrer Filme durch den TEDDY stärken konnten. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen nach kultureller Infrastruktur und Einfluss: Hat dieses zusätzliche Spotlight queeren Festivals mehr Gewicht verliehen und ihnen ermöglicht, zu wachsen, sich zu professionalisieren und ihre Programme langfristig zu sichern? Und auf welche Weise hat der TEDDY das internationale Netzwerk queerer Filmfestivals gefestigt? Wie hat er es inspiriert, geprägt oder vielleicht sogar materiell unterstützt?