Die <em class="program">Retrospektive</em> der 76. Berlinale blickt in die 1990er-Jahre zurück. Mit „Lost in the 90s“ reflektiert sie die Öffnung der Grenzen nach dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges. Vor allem unabhängige Filmemacher*innen leisteten bedeutende Beiträge im dokumentarischen wie fiktionalen Kino, Bilder und Erzählungen für alte und neue Welten zu finden. Diese Aspekte greift die <em class="program">Retrospektive</em> mit Filmen von Ulrike Ottinger, Harun Farocki, Chantal Akerman und Krzysztof Kieślowski auf.<br /> Ulrike Ottingers <em class="film">Johanna d’Arc of Mongolia</em> (Berlinale 1989) zeigt visuell opulent und humorvoll erzählt, wie sich Figuren eines artifiziellen „Westens“ und Charaktere eines realen wie imaginierten fernen „Ostens“ begegnen. Eine westliche Reisegruppe trifft in der überwältigenden Natur endloser Steppe auf ihre mongolischen „Spiegelbilder“: mit kulturellen Missverständnissen, Versöhnungen und gemeinsamem Lachen. Ein guter Ausgangspunkt für das Gespräch zwischen Doris Berger und Ulrike Ottinger.