1896 gelang Äthiopien der Sieg über Italien, wodurch ein erster Eroberungsversuch zurückgeschlagen wurde. Als Mussolini und die Faschisten 1922 an die Macht kamen, wurde die bis dahin abstrakte Gefahr eines weiteren Angriffs konkret. 1935 überfiel Italien das ostafrikanische Land erneut und überzog es mit einem brutalen Krieg, schreckte auch vor dem Einsatz von Giftgas nicht zurück. Ein Verbrechen, das in Italien heute paradoxerweise ebenso omnipräsent wie vergessen ist. 30 Jahre lang arbeitete Haile Gerima, Veteran der L.A. Rebellion und des New Black Cinema, an seiner monumentalen Auseinandersetzung mit Geschichte und Mythen des italienischen Kolonialismus und der Würdigung des äthiopischen Widerstands. Aus Archivmaterial, Zeitzeugen-Gesprächen und Theaterstücken seines Vaters webt er ein Panorama von Selbstbehauptung und kolonialem Morden, von europäischer Komplizenschaft und Schwarzer Solidarität. <em class="film">Black Lions – Roman Wolves</em> setzt äthiopische Stimmen gegen koloniale Lebenslügen – und die Aufzeichnungen des Widerstands gegen die Reproduktion kolonialer Bilder. Wider die historische Bildhoheit der Kolonisatoren. Ein Film für die Gegenwart ebenso wie für kommende Jahrzehnte.