Black Lions – Roman Wolves

1896 gelang Äthiopien der Sieg über Italien, wodurch ein erster Eroberungsversuch zurückgeschlagen wurde. Als Mussolini und die Faschisten 1922 an die Macht kamen, wurde die bis dahin abstrakte Gefahr eines weiteren Angriffs konkret. 1935 überfiel Italien das ostafrikanische Land erneut und überzog es mit einem brutalen Krieg, schreckte auch vor dem Einsatz von Giftgas nicht zurück. Ein Verbrechen, das in Italien heute paradoxerweise ebenso omnipräsent wie vergessen ist. 30 Jahre lang arbeitete Haile Gerima, Veteran der L.A. Rebellion und des New Black Cinema, an seiner monumentalen Auseinandersetzung mit Geschichte und Mythen des italienischen Kolonialismus und der Würdigung des äthiopischen Widerstands. Aus Archivmaterial, Zeitzeugen-Gesprächen und Theaterstücken seines Vaters webt er ein Panorama von Selbstbehauptung und kolonialem Morden, von europäischer Komplizenschaft und Schwarzer Solidarität. Black Lions – Roman Wolves setzt äthiopische Stimmen gegen koloniale Lebenslügen – und die Aufzeichnungen des Widerstands gegen die Reproduktion kolonialer Bilder. Wider die historische Bildhoheit der Kolonisatoren. Ein Film für die Gegenwart ebenso wie für kommende Jahrzehnte.
von Haile Gerima (Regie, Buch) Äthiopien / USA 2026 Amharisch, Englisch, Italienisch 531' Farbe & Schwarz-Weiß Weltpremiere | Dokumentarische Form

Stab

Regie Haile Gerima
Buch Haile Gerima
Montage Haile Gerima
Musik Aschalew Fetene
Sound Design Merawi Gerima
Animation Andres Jaramillo
Koproduzent*innen Haile Gerima, Shirikiana Aina Gerima

Produktion

Negod Gwad Productions

Washington D.C., USA

Weltvertrieb

Mypheduh Films

Washington, D.C., USA

Haile Gerima

Haile Gerima, geboren 1946 in Gondar, Äthiopien, studierte Filmkunst an der UCLA, wo er mit der L.A. Rebellion-Bewegung in Verbindung trat und mit Filmen wie Bush Mama (1976), Harvest: 3,000 Years (1976) und Ashes and Embers (1982) internationale Anerkennung erlangte. Zusammen mit seiner Frau, Filmemacherin Shirikiana Aina, gründete er die Verleihfirma Mypheduh Films sowie die Produktionsfirma Negodwad Productions und eröffnete Sankofa Video, Books & Café in Washington D.C. Er ist emeritierter Professor an der Howard University, hält weiterhin international Vorträge und leitet Workshops.

Filmografie

1972 Hour Glass; Kurzfilm · Child of Resistance 1976 Bush Mama · Harvest: 3,000 Years; Berlinale Forum 1976 1978 Wilmington 10 – U.S.A. 10,000; Dokumentarfilm 1982 Ashes and Embers; Berlinale Forum 1983 1985 After Winter: Sterling Brown; Dokumentarfilm 1993 Sankofa; Berlinale Wettbewerb 1993 1994 Imperfect Journey; Dokumentarfilm 1999 Adwa – An African Victory; Dokumentarfilm 2008 Teza 2026 Black Lions – Roman Wolves; Dokumentarfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026