Kurz nach der Maueröffnung: Der junge Niyazi lebt und arbeitet in Westberlin. Doch am liebsten möchte er so schnell es geht nach Hause, zurück nach Istanbul. Um dies zu beschleunigen und sein gespartes Geld möglichst schnell zu vermehren, kommt ihm eine blendende Idee. Er wird weiterhin im prosperierenden Westen arbeiten, doch im billigeren Osten leben! Zu diesem Zweck sucht er dort eine Freundin. Als ihm eine Bekannte am Alexanderplatz Klara vorstellt, scheint sich sein Wunsch zu erfüllen: Klara zahlt für ihre Wohnung nur 28 Ostmark Miete im Monat! Doch erweist sie sich als unerwartet verschlossen. Er müht sich redlich (und unredlich) um sie, doch erst am nächsten Morgen lockert sie langsam ihr Haar. Und dann sich.<br /> Aus dem national nicht festgelegten „Romeo“ in der Erzählung Jurek Beckers, die Andreas Dresens Abschlussfilm an der HFF zugrunde liegt, wird im Film ein türkischer Galan. Er macht den „Culture Clash“ sinnfällig, der den Ost- wie Westdeutschen nach der Grenzöffnung noch bevorstehen wird. Zugleich dokumentiert der Film symbolhaltige Plätze Ostberlins in einem schnörkellosen Schwarz-Weiß, das ihnen bereits einen Status des Vergangenen zuweist.