Hermann, ein Witwer mittleren Alters, war Grenzer der DDR. Der Einsicht, dass es die nicht mehr gibt, verweigert er sich. Als selbst ernannter „letzter Mohikaner“ hält er weiterhin Wacht an einem längst stillgelegten Grenzkontrollpunkt. Täglich erscheint er pünktlich zum „Dienst“. Vergeblich bekämpft er das Unkraut, beflissen gibt er seine Beobachtungen zu Protokoll. Als Inge, eine neugierige Kellnerin, dem Eigenbrötler zu nahe kommt, reagiert Hermann auf diese Grenzverletzung seiner Privatsphäre aggressiv. Und folgt einem internalisierten Schießbefehl.<br /> Als eine „beeindruckend genaue Studie seelischer Ängste und Zwangsvorstellungen“ empfand 1995 die Jury beim Filmfest Ludwigsburg das Debüt von Stefan Trampe, Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, das sie als Besten Spielfilm auszeichnete. Das mit mehreren DEFA-Stars besetzte Psychogramm eines ordnungsfanatischen Borderliners führt an einen „Lost Place“ deutsch-deutscher Geschichte. Scharf kontrastieren dabei die Aufnahmen der verfallenden staatlichen Grenzanlage mit Hermanns privaten Erinnerungsbildern, die ein erotisch idyllisiertes Grenzregime beschwören.