Der Geist eines besessenen Mädchens, das seit Jahrhunderten in einem Stein gefangen ist, begegnet der 102-jährigen Großmutter von Regisseur*in Zuza Banasińska. Die fromme Frau liegt in ihrem Wohnzimmer und wartet auf den Tod. Der Geist fühlt sich zu ihr hingezogen und hält sie für seine lange verschollene Mutter. Was als Spuk beginnt, verwandelt sich in einen surrealen, zärtlichen Dialog. Bei der Begegnung zwischen sich selbst, der Großmutter und dem Stein verwebt Zuza Banasińska Inszeniertes, Dokumentarisches und Archivmaterial. Der Akt des Filmens stellt dabei auch den Versuch dar, die Präsenz der Großmutter einzufangen und die Spuren ihres Lebens sowie der Leben all jener aufzuzeigen, deren Fürsorge und Traumata sie in sich trägt. <em class="film">Kontrewers</em> versteht Besessenheit als eine nichtlineare Form der Kommunikation, als eine Aushandlung der Grenzen zwischen dem Selbst und dem Anderen. Was einst begraben war, taucht zwischen den Generationen wieder auf und zeigt sich in Körpern und Gesten – überall dort, wo Erinnerungen spürbar werden.