Kyiv im April 1986. Der Journalist Zhuravlyev feiert im Freundeskreis seine Rückkehr von einer Griechenlandreise. Einer seiner Freunde ist verhindert: Der Arzt Stepanovich muss sich in der kommenden Nacht in der Arbeiterstadt Prypyat um Strahlenopfer der Reaktorkatastrophe im nahen Tschornobyl kümmern. Als am nächsten Tag deren Evakuierung anläuft, werden Pressevertreter und die Öffentlichkeit beschwichtigt. Doch vergeblich. In Kyiv kommt es zu Panikreaktionen. Zhuravlyev will vom Unglücksort berichten, doch die Sperrzone darf niemand betreten.<br /> Parallel zu diesem Hauptstrang werden ein kleiner Junge, ein Liebespaar mit Motorrad, Flüchtende und Evakuierte zu Zeugen von menschlichem Versagen, harschen Rettungsmaßnahmen und Vorteilsnahme der staatlichen Nomenklatura. Mit Actionszenen und Dokumentaraufnahmen entvölkerter Landstriche ist <em class="film">Raspad</em> <em class="film">– </em><em class="film">Der Zerfall</em> – der erste Spielfilm zur Reaktorkatastrophe von Tschornobyl und bemerkenswerterweise eine US-Koproduktion – Katastrophenfilm, Anklage und Klage zugleich. Denn von Zerfall ist, wie das Atom, auch die Gesellschaft betroffen. Und das formiert sich auf der Bildebene mitunter in effektvollen Realitätsbrüchen.