Polen 1990. Die Sängerin Weronika fühlt sich „nicht allein auf der Welt“. Tatsächlich lebt in Frankreich ihr Ebenbild – Véronique. Fast kommt es in Krakau zu einer Begegnung der beiden; doch schon fährt Véronique im Reisebus davon. Sie hat aber zuvor, ohne es zu bemerken, Weronika fotografiert. Auch Véronique ist Sängerin; auch ist sie herzkrank. Doch während Weronika für den Gesang ihr Leben gibt, gibt Véronique ihn auf und wird Musiklehrerin. Beim Besuch eines Marionettentheaters verliebt sie sich in den Puppenspieler. Als er sie wenige Nächte später anruft, hört Véronique auf einmal das Lied, das Weronika vor ihrem Tod sang.<br /> Hier glüht die Magie zwischen Krzysztof Kieślowski, Darstellerin Irène Jacob und Komponist Zbigniew Preisner. Mit nur wenigen zeitgeschichtlichen Ankern operierend, macht Kieślowski sich die Stilmittel der französischen Postmoderne zu eigen. Offen für vielerlei Deutungen, lassen sich die im Film geschilderten „Herzenssachen“ und das gleichermaßen in Polen wie in Paris goldgelb strahlende Licht als Visionen des Regisseurs interpretieren: von einer latenten Seelenverwandtschaft, aber auch von einer ästhetischen Konvergenz zwischen Ost- und Westeuropa.