Gorilla Bathes at Noon

1991. Mit Regisseur Dušan Makavejev kommt die Jugoslawische Schwarze Welle nach Berlin und zeigt die nun mauerlose Stadt aus der Perspektive von Major Lazutkin. Nach einem Krankenhausaufenthalt muss dieser feststellen, dass die Rote Armee ohne ihn nach Russland abgezogen ist und seine Braut inzwischen einen Ersatz für ihn gefunden hat. In Uniform und mit Sowjetflagge irrt der tumbe Außenseiter durch die wiedervereinigte Stadt samt Zoo. Naiv lässt er sich in Waffen- und Kinderhandel hineinziehen und von einer Lenin-Erscheinung „bestricken“, ehe ihm eine glückliche Zukunft als Familienvater aufscheint.
Unter Einsatz propagandistischer Heldenbilder aus dem stalinistischen Weltkriegsfilm Der Fall von Berlin (UdSSR 1949) inszenierte Makavejev die Wechselfälle der Geschichte als absurdes Theater, in dem sich unter den veränderten politischen Vorzeichen eine Neubewertung überkommener Werte vollzieht. Dokumentarische Höhepunkte seiner anarchischen Satire sind Aufnahmen von der unter Protesten durchgeführten Demontage einer überlebensgroßen Lenin-Statue in Berlin-Friedrichshain sowie eine Fahrt entlang der East Side Gallery mit ihren Originalbemalungen inklusive „Bruderkuss“.
von Dušan Makavejev (Regie, Buch)
mit Svetozar Cvetković, Anita Manćić, Alexandra Rohmig, Petar Bozović, Andreas Lucius, Eva Ras, Davor Janjić, Zoran Ratković, Suleyman Boyraz, Alfred Holighaus
Jugoslawien / Deutschland 1993 Deutsch, Russisch, Englisch 83' Farbe

Mit

  • Svetozar Cvetković
  • Anita Manćić
  • Alexandra Rohmig
  • Petar Bozović
  • Andreas Lucius
  • Eva Ras
  • Davor Janjić
  • Zoran Ratković
  • Suleyman Boyraz
  • Alfred Holighaus

Stab

Regie Dušan Makavejev
Buch Dušan Makavejev
Kamera Aleksandar Petković, Miodrag Milosević
Montage Vuksan Lukovac
Musik Brynmor Jones
Sound Design Uros Kovacević, Vladimir Stanojević, Peter Henrici
Szenenbild Veljko Despotović
Kostüm Marina Vukasović-Medenica
Maske Stanislava Zarić
Produzent*innen Alfred Hürmer, Joachim von Vietinghoff, Bojana Marijan

Zusatzinformationen

DCP: Deutsche Kinemathek, Berlin