Chronos – Fluss der Zeit

Chronos – Flow of Time
„Sarmatische Zeit“ heißt der Gedichtband von Johannes Bobrowski, der für Volker Koepp zum poetischen wie persönlichen Leitmotiv für diese bildstarke wie weitläufige Sondierung einer Region zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, entlang der Ströme Memel, Dnister und Pruth wird. Herkunfts-, Sehnsuchts- und Tatort zugleich: Sammelbecken unterschiedlicher Kulturen und Zugehörigkeiten, über ein halbes Jahrhundert Bezugs- und Fluchtpunkt im Schaffen des großen Chronisten sowie Schauplatz wiederkehrender Grausamkeit und Vernichtung. Die Rückkehr zum eigenen Werk mit neuen und alten Weggefährt*innen wird zur gleichzeitigen Rückschau und Reaktualisierung. Wie durch Delta-Arme entstehen Verbindungen zur deutschen Geschichte und zum gesamteuropäischen Kontext, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Und für einen langen Augenblick scheint in diesem Fluss die Zeit erschreckend stillzustehen, denn spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 ist das Echo der dieser Region eingeschriebenen Gewalterfahrung nicht mehr zu überhören. Was seinen Ursprung in Gedichten über das Memelland nimmt, entwickelt sich zu einer epochalen Kontemplation über den Menschen in Zeit und Raum.
von Volker Koepp (Regie, Buch)
mit Tanja Kloubert, Ana-Felicia Scutelnicu, Anetta Kahane, Volha Hapeyeva
Deutschland 2026 Deutsch, Ukrainisch, Litauisch, Belarussisch, Russisch, Rumänisch 200' Farbe & Schwarz-Weiß Weltpremiere | Dokumentarische Form

Mit

  • Tanja Kloubert
  • Ana-Felicia Scutelnicu
  • Anetta Kahane
  • Volha Hapeyeva

Stab

Regie Volker Koepp
Buch Volker Koepp
Kamera Uwe Mann, Christian Lehmann, Thomas Plenert
Montage Christoph Krüger
Sound Design Urs Hauck
Produzent*in Volker Koepp
Executive Producer Volker Koepp

Produktion

Vineta Film

Berlin, Deutschland

Koproduktion

Rundfunk Berlin-Brandenburg

Berlin / Potsdam, Deutschland

Mitteldeutscher Rundfunk

Leipzig, Deutschland

Volker Koepp

Geboren 1944 in Stettin, aufgewachsen in Berlin. Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser studierte Volker Koepp an der TU Dresden, anschließend an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg. Von 1970 bis 1991 war er als Regisseur am DEFA-Studio für Dokumentarfilm beschäftigt. Seither ist er als freier Regisseur, Autor, Produzent sowie in der Lehre tätig. Volker Koepp war mehrfach im Berlinale Forum zu Gast. Neben diversen Auszeichnungen für sein filmisches Werk erhielt er 2014 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und wurde 2021 Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie.

Filmografie (Auswahl)

1972 Grüße aus Sarmatien; Kurz-Dokumentarfilm 1973 Gustav J.; Kurz-Dokumentarfilm 1974 Mädchen in Wittstock; Kurz-Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1977 1976 Wieder in Wittstock; Kurz-Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1977 1979 Tag für Tag; Dokumentarfilm 1980 Haus und Hof; Dokumentarfilm 1984 Leben in Wittstock; Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1985 1985 Afghanistan 1362; Dokumentarfilm 1992 Neues in Wittstock; Dokumentarfilm 1995 Kalte Heimat; Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1995 1999 Herr Zwilling und Frau Zuckermann (Mr. Zwilling and Mrs. Zuckermann); Dokumentarfilm, Berlinale Forum 1999 2002 Uckermark; Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2002 2004 Dieses Jahr in Czernowitz (This Year in Czernowitz); Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2004 2016 Landstück (Piece of Land); Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2016 2023 Gehen und Bleiben (Leaving and Staying); Dokumentarfilm, Berlinale Forum 2023 2026 Chronos – Fluss der Zeit (Chronos – Flow of Time); Dokumentarfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026