Frauen in Berlin

Ein Film aus Ostberlin 1981, mit abenteuerlicher Überlieferungsgeschichte. Die indische Austauschstudentin Chetna Vora, die ein Jahr zuvor in Oyoyo ihre internationalen Kommiliton*innen im Wohnheim der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR interviewte und dabei eine intime, offene, gemeinschaftliche Atmosphäre schuf, sprach nun mit deutschen Muttersprachlerinnen, Frauen in Berlin. Auch hier war die Privatsphäre der Schlüssel für eine besondere Redesituation, in der sich – stets auf Augenhöhe – ungezwungene, ungestellte Gespräche ereignen konnten. Küchengespräche meist. Ein Film als Rohfassung zudem, mit teils ungeschnittenen Sequenzen, langem Reden und Zuhören, was schön ist, bleiben doch die Spuren des Assoziativ-Authentischen. Aus unterschiedlichen Milieus sind die Frauen, jung bis alt. Reales Frauen-Leben in der DDR. Caretaking, Kinderkriegen, Arbeit, Wohnen, Erziehen, Binden, Trennen, Lieben. Rock ’n’ Roll am Fenster. Überlebt haben diese Offenbarungen durch aus der Hochschulverwahrung eigenmächtig entwendetes Filmmaterial, projiziert auf eine improvisierte Leinwand, abgefilmt auf VHS, von dort nun in einem Projekt der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF restauriert.
von Chetna Vora (Regie, Buch) Deutsche Demokratische Republik 1981 Deutsch 142' Farbe Weltpremiere der digital restaurierten Fassung | Dokumentarische Form

Stab

Regie Chetna Vora
Buch Chetna Vora
Kamera Thomas Plenert
Montage Chetna Vora, Petra Heymann
Produzent*in Anita Vandenherz

Produktion

Hochschule für Film und Fernsehen der DDR

Potsdam-Babelsberg, Deutsche Demokratische Republik

Zusatzinformationen

Restaurierung: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Chetna Vora

Chetna Vora wurde 1958 in Palitana in Gujarat, Indien geboren. Sie studierte von 1976 bis 1982 an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg Regie. Nach ihrem dokumentarischen Prüfungsfilm Oyoyo (1980) reichte sie 1981 Frauen in Berlin als ihren Diplomfilm ein. 1983 zog Chetna Vora mit ihrem Lebenspartner, dem Filmemacher Lars Barthel, und der gemeinsamen Tochter Neelesha Barthel nach Indien. Chetna Vora starb 1987.

Filmografie

1978 Der neue Anfang; Kurzfilm · Khamoshi; Kurzfilm 1980 Der Brief; Kurzfilm · Oyoyo; Dokumentarfilm 1981 Frauen in Berlin; Dokumentarfilm

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026