In diesem filmischen Brief wendet sich die Regisseurin an ihre Tante Miriam, die vor Jahren von ihrem eigenen Partner getötet wurde, und erzählt ihr, wie es war, ohne sie aufzuwachsen, ohne sie zu leben. Ausgehend von Miriams letzter Facebook-Nachricht rekapituliert sie ihre eigene Geschichte, die geprägt ist von der Angst, in einem für Frauen gefährlichen Land zu leben, und von der Komplexität der Tatsache, die einzige Frau in ihrer Familie zu sein. Sie erzählt von ihrer letzten Erinnerung an die Tante, davon, wie sie gelernt hat, sich selbst zu schützen, und von dem Wunsch, einen Weg nach vorne zu finden, ohne die Vergangenheit zu negieren. Die Erzählung gipfelt in einem zutiefst kathartischen Moment: einem Gespräch mit dem Vater, in dem es beiden zum ersten Mal möglich ist, mit Zuneigung, Humor und Nostalgie über die Verstorbene zu sprechen – und so einen Raum für Heilung zu schaffen.