In Usbekistan, einem Land, dessen sowjetische Vergangenheit und alte Traditionen ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart haben, lebt Saida zwischen verschiedenen Welten und füllt mehrere Rollen aus. In den Augen ihrer Mutter ist sie eine bescheidene Lehrerin. Sie arbeitet allerdings auch als Vermittlerin für ausländische Wirtschaftsdelegationen, wobei ihre Aufgaben über das Übersetzen und Assistieren hinausgehen: Sie organisiert „besondere Dienstleistungen“ für Geschäftsleute und bringt einheimischen Frauen deutsche Ausdrücke bei, damit ihnen das erste Anbandeln leichter fällt. Sowohl im Klassenzimmer als auch in den Konferenzräumen ist Saidas Leben von Wiederholungen und Fremdbestimmung geprägt. Wie der Zug auf seiner vorgegebenen Strecke ist sie ständig in Bewegung zwischen den unterschiedlichen Arbeitsorten, kann aber die Richtung nie frei wählen. Als ihr Chef ihr nachzustellen beginnt, muss sie sich entscheiden: auf dem für sie vorgesehenen Weg bleiben oder den Ausbruch aus dem System wagen?