Der uralte, aus Südasien stammende Reitsport Neza Bazi, der zur Kolonialzeit von britischen Beamten übernommen wurde, hat im heutigen Vereinigten Königreich zwei sehr unterschiedliche Sportkulturen hervorgebracht. Da ist zum einen die vornehme, Tweed-tragende Nationalmannschaft, zum anderen die schnell wachsende pakistanisch-britische Szene, die der Film zeigt. In diesem Kosmos kämmt Jaleal, Sohn einer weißen Mutter und eines pakistanischen Vaters, Mähnen und schärft Lanzen, während er im Stillen davon träumt, Springreiter zu werden. Über drei Sommer in der Stadt Bradford im Norden des Landes gedreht bewegt sich <em class="film">Riding Time</em> zwischen Absurdität und Tiefgang. Der Film stellt das ausgelassene Spiel und die Stallarbeiten dem Hufgetrappel und den eleganten Kurtas bei den Turnieren gegenüber und begleitet seine Protagonist*innen in einen Raum jenseits von Grenzen zwischen verschiedenen geografischen Orten, zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Mensch und Tier.