Exprmntl 4 Knokke

Jahreswende 1967/68: Im belgischen Seebad Knokke findet das vierte Internationale Experimentalfilmfestival statt. Claudia von Alemann und Reinold E.Thiel zeigen in ihrem Dokumentarfilm neben Filmausschnitten vor allem die Parallelereignisse, die spontanen Auftritte, Happenings und Protestaktionen unter anderem von Harun Farocki, Jean-Jacques Lebel, Shirley Clarke, Holger Meins, Gustav Lamche, Armand Gatti, Mauricio Kagel, von den Student*innen der HfG Ulm und der DFFB sowie von US-amerikanischen Underground-Filmemacher*innen. Der Film fängt die elektrisierende und inspirierende Atmosphäre ein, die das Festival von Knokke so legendär und zum entscheidenden Anstoß für den unabhängigen Film in Europa gemacht hat.
Der Film wird in einer neuen digitalen Restaurierung des Arsenal Filminstitut gezeigt.
von Claudia von Alemann (Regie), Reinold E. Thiel (Regie) Deutschland 1968 Französisch, Englisch, Deutsch 42' Dokumentarische Form

Stab

Regie Claudia von Alemann, Reinold E. Thiel

Weltvertrieb

Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Berlin, Deutschland

Claudia von Alemann

Claudia von Alemann studierte Film an der Hochschule für Gestaltung Ulm bei Alexander Kluge. Ihre frühen Filme behandeln internationale politische Themen, darunter die Rolle des Films im Mai 1968 in Paris, die Zeit von Kathleen und Eldridge Cleaver in Algerien, das Engagement von Frauen im Vietnamkrieg und die Ausbeutung von Fabrikarbeiterinnen in Westdeutschland. 1973 organisierte sie gemeinsam mit Helke Sander das erste Internationale Frauenfilmseminar im Kino Arsenal, Berlin. Sie arbeitet als Übersetzerin, Dozentin und freischaffende Filmemacherin; ihr Werk umfasst experimentelle und dokumentarische Arbeiten und Spielfilme.

Filmografie (Auswahl)

1968 Exprmntl 4 Knokke; Forum Expanded 2026 1969 Das ist nur der Anfang, der Kampf geht weiter (This ony the beginning, the struggle continues) 1970 Kathleen und Eldridge Cleaver in Algier (Kathleen and Eldridge Cleaver in Algiers) 1973 Es kommt drauf an, sie zu verändern (The point is to change it) 1977 Das Frauenzimmer (The Woman’s Room) 1981 Die Reise nach Lyon (Blind Spot); Berlinale 2019 1982 Nebelland (Land of Fog); Forum 1983 1987 Das nächste Jahrhundert wird uns gehören (The next century will be ours) 1988 Nuits Claires/Lichte Nächte (Light Nights) 1991 wie nächtliche Schatten/Rückfahrt (like shadows in the night/return to Thuringia) 2000 war einst ein wilder Wassermann (Shadows of Memory) 2016 Die Frau mit der Kamera (The Woman with the Camera)

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026

Reinold E. Thiel

Reinold E. Thiel (1933–2022) war Filmredakteur und Autor. Nach dem Abitur 1953 studierte er in Bonn sowie an der Freien Universität Berlin. Ab 1958 schrieb er für die Zeitschrift „Filmkritik“ und war 1963 Gründungsmitglied der Freunde der Deutschen Kinemathek. Von 1963 bis 1971 leitete er die WDR-Filmredaktion und verantwortete zahlreiche filmvermittelnde Produktionen, darunter Exprmntl 4 Knokke (Co-Regie mit Claudia von Alemann) sowie eigene Arbeiten wie Kenneth Anger – Film als magisches Ritual. Ab den frühen 1970er-Jahren war Thiel über zwei Jahrzehnte in der Entwicklungszusammenarbeit in Afrika und im Nahen Osten tätig

Stand Bio- & Filmografie: Berlinale 2026