European Film Market & Co-Production Market
09.01.2026
Berlinale Co-Production Market: Startrampe für 35 neue internationale Spielfilm-Koproduktionen
Meetings beim Berlinale Co-Production Market 2025
Für den 23. Berlinale Co-Production Market (14. bis 17. Februar) sind 35 Filmprojekte aus 27 Ländern ausgewählt worden. Die Veranstaltung findet dieses Jahr vor allem im Atrium Tower am Berlinale Service Center, direkt neben dem Berlinale Palast, statt. Die Produzent*innen treffen hier auf 600 potenzielle Koproduzent*innen, Weltvertriebe, Distributor*innen und weitere Finanzier*innen, die Spielfilme als internationale Koproduktionen realisieren können.
Bei 16 der insgesamt 35 Projekte führen Frauen Regie. Die 390 Einreichungen für die offizielle Projektauswahl bedeuten eine deutliche Steigerung um 50 Projekte gegenüber dem Vorjahr.
Renommierte, internationale Produktionsfirmen und vielfach ausgezeichnete Regisseur*innen zeichnen für die ausgewählten, bereits anfinanzierten Projekte verantwortlich, unter anderem Alonso Ruizpalacios, Aida Begic, Eduardo Casanova, Klaudia Reynicke, Signe Baumane, Deepak Rauniyar, Amanda Nell Eu, Fernando Guzzoni, Hao Wu und Leonie Krippendorff.
In der Reihe Berlinale Directors kommen drei neue Projekte in frühen Finanzierungsstadien hinzu, deren Regisseur*innen hier ebenfalls keine Unbekannten sind: Dénes Nagy gewann 2021 mit Das Licht in den Birkenwäldern den Silbernen Bären für die Beste Regie. Rodrigo Morenos El Custodio — der Leibwächter wurde 2006 im Berlinale Wettbewerb prämiert. Laurynas Bareisa, zuletzt für seine Spielfilme in Venedig und Locarno ausgezeichnet, zeigte 2020 seinen Kurzfilm Dummy im Berlinale Shorts-Wettbewerb.
Zwei weitere Spielfilmprojekte, Beirut Baby von Joana Hadjithomas und Khalil Joreige sowie das von Riley Keoughs US-amerikanischer Produktionsfirma Felix Culpa produzierte The Dispute von Andrea Ellsworth und Kasey Elise Walker, suchen im Rahmen des Rotterdam-Berlinale Express sowohl beim CineMart Rotterdam als auch beim Berlinale Co-Production Market Partner*innen.
Ein Projekt aus dem Sudan wird in Kooperation mit dem Berlinale World Cinema Fund präsentiert: Blue Card von Mohammed Alomda. Bisher als Koproduktion mit Deutschland strukturiert und 2025 vom WCF gefördert, sucht das Projekt hier weitere Partner*innen, um die Finanzierung zu schließen.
„Genre ist dieses Jahr in unserer Auswahl stark vertreten: Horror, insbesondere Body Horror bildet in gleich mehreren Projekten eine starke und gleichzeitig kommerziell interessante Erzählform für starke Projekte mit relevanten politischen und psychologischen Themen. Aber auch herausragende Arthouse-Animationsprojekte, Dramen, Thriller, Actionfilme und einige Komödien werden unsere Teilnehmer*innen unter den Projekten finden, an deren Finanzierung und Umsetzung sie sich beteiligen können. Familienmodelle, genderbasierte Gewalt, Identität und Selbstbestimmung sind diesmal einige der wiederkehrenden Themen“, sagt die Leiterin des Berlinale Co-Production-Market, Martina Bleis.
Im Talent Project Market, der in Kooperation mit Berlinale Talents organisiert wird, präsentieren zehn Alumni-Produzent*innen ihre neuesten Projekte und suchen dafür internationale Partner*innen. Unter den Projekten finden sich unter anderem neue Arbeiten der Regisseure Álvaro Gago, der 2023 mit Matria im Berlinale Panorama vertreten war und Simon Jaquemet, dessen Debut Chrieg 2013 ebenfalls im Talent Project Market startete. Die preisgekrönte indonesische Produzentin Yulia Evina Bhara stellt ein neues Projekt von Makbul Mubarak im Talent Project Market vor, wo sie 2019 mit Autobiography einen ihrer ersten internationalen Spielfilme lanciert hatte.
Preise beim Berlinale Co-Production Market
Neben Koproduktions- und Finanzierungspartner*innen gibt es für die neuen Projekte attraktive Geldpreise zu gewinnen: den renommierten, mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award, den mit 10.000 Euro dotierten VFF Talent Highlight Award für ein Projekt aus dem Talent Project Market; den ARTEKino International Award in Höhe von 6.000 Euro, und nicht zuletzt den mit 5.000 Euro dotierten Gen Z Audience Award, der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW/OFAJ) gestiftet wird und mit dem eine Jury aus Filmstudierenden ein Projekt auszeichnet, das junge Erwachsene besonders anspricht.
Company Matching
Fünf Firmen werden im Company Matching Programm vorgestellt, das sich struktureller Vernetzung und Projekt-Slates widmet: X Filme Creative Pool aus Deutschland, Elastica aus Spanien, Kino Produzioni aus Italien, 2Brave Productions aus der Ukraine und Bubbles Project aus Brasilien sind in diesem Jahr dabei.
Bereits rund 400 internationale Koproduktionen sind aus den Projekten des Berlinale Co-Production Market entstanden. Darunter waren aktuell innerhalb des letzten Jahres die erfolgreichen Filme Franz K. von Agnieszka Holland, der in mehreren Kategorien für den Europäischen Filmpreis nominiert ist und Teresa — Ein Leben zwischen Licht und Schatten von Teona Strugar Mitevska, mit Noomi Rapace.
Für 2026 ist mit Iván & Hadoum von Ian de la Rosa bereits ein Film für die Berlinale bestätigt, dem der Berlinale Co-Production Market 2023 nicht zuletzt durch den Gewinn des Eurimages-Preises einen kräftigen Anschub gab.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Berlinale Co-Production Market.
Der Berlinale Co-Production Market ist Teil von Berlinale Pro, das den European Film Market, den Berlinale Co-Production Market, Berlinale Talents und den World Cinema Fund umfasst. Berlinale Pro ist die umfassende Brancheninfrastruktur des Festivals, die der globalen Filmindustrie als Inkubator, Förderer und Unterstützer in allen Phasen der Filmentwicklung, der Produktion sowie des Sales & Vertriebs dient.
Der Berlinale Co-Production Market wird gefördert durch die MDM - Mitteldeutsche Medienforderung und das Creative Europe - MEDIA Programm der Europäischen Union sowie durch die FFA - Filmforderungsanstalt.
Presseabteilung
9. Januar 2026