Berlinale: Preise Unabhängige Jurys


Preise von unabhängigen Jurys

Als unabhängig gelten Jurys, die ihre Preise im Namen externer, vom Festival unabhängiger Organisationen und Institutionen vergeben. Das hohe Qualitätsniveau und die Vielfalt im Festival-Programm laden dazu ein, sich kritisch mit dem Medium auseinanderzusetzen und mit einem eigenen Werturteil Akzente zu setzen. Dementsprechend vergeben die unabhängigen Jurys ihre Preise nach unterschiedlichen Kriterien, je nach dem speziellen Anliegen, das sich mit der Auszeichnung verbindet.

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Die Jury ehrt mit den Preisen Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, die Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren.

Jurymitglieder 2016
Rev. Micah Bucey
Prof. Dr. phil. Hans-Joachim Neubauer
Prof. Aurore Renaut
Callum Ryan
Jacques Vercueil
Marisa Winter

Die Jurys der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI), des internationalen Verbands der Filmkritik, sichten Filme aus dem Programm des Wettbewerbs und in den Sektionen Panorama und Forum. Pro Sektion wird ein Preis für den besten Film vergeben.

Jurymitglieder 2016

Wettbewerb
José Romero
Mohammed Rouda
Mr. Clarence Tsui

Panorama
Thomas Abeltshauser
Dana Duma
Carlo Gentile

Forum
Tara Judah
Alberto Ruiz Ramos
Bettina Schuler

Die Jury der „Gilde deutscher Filmkunsttheater“ setzt sich aus drei Juroren zusammen, die Kinobetreiber und Mitglieder der Gilde sind. Sie vergibt ihren Preis an einen Film des Wettbewerbs.

Jurymitglieder 2016
Louis Anschütz
Hans-Jörg Blondiau
Adrian Kutter

Für die „Confédération Internationale des Cinémas D´Art et Essai" (C.I.C.A.E.), den Internationalen Verband der Filmkunsttheater, sind zwei Jurys auf der Berlinale tätig: eine vergibt einen Preis an einen Film des Panoramas, eine kürt einen Film des Forums.

Jurymitglieder 2016

Panorama
Tiziano Gamberini
Ewa Kujawińska
Richard Nüsken

Forum
Michal Matuszewski
Aistė Račaitytė
Lysann Windisch

Das „Label Europa Cinemas“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der Initiative ist die Förderung europäischer Filme, ihres Verleihs und ihrer Wahrnehmung beim Publikum und in den Medien. Es wird jeweils ein europäischer Film der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes und seit 2004 auch der Venice Days in Venedig mit dem Label durch eine Jury von fünf Mitglieds-Kinobetreibern ausgezeichnet. 2005 wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal auf der Berlinale vergeben, und zwar an einen europäischen Film des Panoramas.

Jurymitglieder 2016
Greta Akcijonaite
Mathias Holtz
Malgorzata Kuzdra
Torsten Raab

Der Teddy Award, der bedeutendste queere Filmpreis der Welt, ist eine gesellschaftlich engagierte politische Auszeichnung, die Filmen und Personen zugute kommt, die queere Themen auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene kommunizieren und somit einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten.

Der Preis wird im Rahmen der Berlinale in den Kategorien Bester Spielfilm, Bester Dokumentar-/Essayfilm und Bester Kurzfilm sowie als Special Jury Award vergeben. Filme aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren jedes Jahr um die Teddy Awards.

2016 feiert der Teddy sein 30-jähriges Jubiläum.

Special Teddy Award 2016

Christine Vachon

Mit ihrer Firma Killer Films produziert Christine Vachon seit über 20 Jahren Filme, ohne die das queere, aber auch das US-Independent-Kino schwerlich denkbar wären - allein ein Dutzend davon finden sich in den Berlinale-Programmen wieder. Anfang der 1980er Jahre lernt sie als Studentin der Brown University Todd Haynes kennen, sein Debüt Poison (Teddy-Gewinner 1991) ist auch ihr erster produzierter Langfilm. Seitdem sind beide ein stetes Team. Vachon produzierte die Academy Award-prämierten Filme Boys Don’t Cry (Beste Hauptdarstellerin: Hilary Swank 2000) und Still Alice (Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore 2015) und im letzten Jahr, wieder für Todd Haynes, Carol mit Cate Blanchett und Rooney Mara. Christine Vachon wird bei der diesjährigen Teddy-Verleihung mit dem Special Teddy ausgezeichnet. Sie ist Gast des Queer Academy Summit und im Rahmen von Teddy30 präsentiert sie die Killer Films-Produktion Hedwig and the Angry Inch von John Cameron Mitchell, der 2001 den Teddy Award erhielt.

Jurymitglieder 2016

Augustas Čičelis, Litauen
Alexandra Carastoian, Rumänien
Alice Royer, USA
Dagmar Brunow, Deutschland
Adán Salinas Alverdi, Mexiko
Nosheen Khwaja, Schottland
Serubiri Moses, Uganda
Xiaogang Wei, China
Jay Lin, Taiwan

Im elften Jahr der Sektion Perspektive Deutsches Kino rief die Berlinale 2012 den von Glashütte Original gestifteten „Made in Germany - Förderpreis Perspektive“ ins Leben. Das mit 15.000 € dotierte Stipendium zur Unterstützung von jungen deutschen Regisseuren/-innen bei der Projekt-, Stoff- und Drehbuchentwicklung geht an ein Regietalent der Perspektive Deutsches Kino. Teilnahmeberechtigt sind alle Regisseure/-innen, die bei der vergangenen Berlinale einen Film im Programm der Perspektive hatten.
Siehe auch Made in Germany – Förderpreis Perspektive

Jurymitglieder 2016
Sandra Hüller
Ingo Haeb
Martin Heisler

Die aus fünf Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Caligari-Filmpreis an einen Film des Forums. Der Preis wird vom „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ und der Zeitschrift „film-dienst“ gestiftet. Er ist mit 4.000 Euro dotiert, wobei die eine Hälfte an den Regisseur des Films geht, die andere den Verleih fördert.

Jurymitglieder 2016
Wolfgang Dittrich-Windhüfel
Christine Müh
Rüdiger Suchsland

Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten. Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird in Form einer Bronzeplastik von Otmar Alt verliehen. Getragen wird der Preis von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V..

Jurymitglieder 2016
Matthias Coers
Teboho Edkins
Helgard Gammert
Ulrike Gruska
Michael Kotschi
Lena Müller
Yael Reuveny
Christian Römer

Die deutsche Sektion von Amnesty International verlieh auf der Berlinale 2005 erstmalig den Amnesty International Filmpreis. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Jury sichtet Filme der Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Generation und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf Dokumentationen. Ziel des Preises ist es, die Aufmerksamkeit von Fachbesuchern und breitem Publikum auf das Thema Menschenrechte zu lenken und Filmemacher dazu zu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.

Jurymitglieder 2016
Meret Becker
Dani Levy
Anne-Catherine Paulisch

Eine aus drei Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Heiner-Carow-Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst an einen Dokumentar-, Spiel- oder Essayfilm der Sektion Panorama. Der Preis wird von der DEFA-Stiftung ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die sich sozialen und politischen Fragen der Gegenwart und Geschichte mit außergewöhnlichen ästhetischen Mitteln annehmen.

Jurymitglieder 2016
Dirk Kummer
Lindsey Merrison
Sabine Söhner

Leser- und Publikumspreise

Für den Panorama Publikums-Preis können alle Besucher der Berlinale mittels Stimmzetteln votieren. Der Preis wird seit 1999 verliehen und verdankt sich einer gemeinsamen Initiative des Berliner Stadtmagazins tip, des Radiosenders radioeins und des Panoramas.

Die Jury besteht aus zwölf Lesern der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“. Es wird ein Spielfilm des Wettbewerbs prämiert.

Seit der Berlinale 2007 beruft auch der „Tagesspiegel“ eine Leserjury. Sie besteht aus neun Mitgliedern, die in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Der Leserpreis des Tagesspiegel geht an den besten Film des Forums.

Preise Berlinale Co-Production Market & Berlinale Talents

ARTE vergibt seit 2011 den mit 6.000 Euro dotierten ARTE International Prize an eins der für den Berlinale Co-Production Market ausgewählten Projekte.

Eurimages vergab 2015 erstmals den mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award an die Produzenten eines der ausgewählten Projekte des Berlinale Co-Production Market. Berücksichtigt werden Projekte in der offiziellen Auswahl, die als Kino-Koproduktion zwischen mindestens zwei Eurimages-Mitgliedsländern geplant sind. Es darf sich dabei nicht um rein finanzielle Koproduktionen handeln. Herausragende künstlerische Qualität und die Chancen des Projektes, als mehrheitlich europäische Koproduktion realisiert zu werden, sind die Hauptkriterien bei der Vergabe des Preises.

Der Talent Project Market bietet ca. zehn an Berlinale Talents teilnehmenden Produzenten und Regisseuren die Möglichkeit, ihr Projekt potentiellen Koproduzenten und Finanziers im Berlinale Co-Production Market vorzustellen. Seit 2004 wird der mit 10.000 Euro dotierte VFF Talent Highlight Pitch Award im Rahmen des Talent Project Market von der VFF - Verwertungsgesellschaft für Film- und Fernsehproduzenten gestiftet. Eine internationale Jury vergibt den Preis an das erfolgversprechendste Projekt mit den größten Aussichten auf Produktionsrealisierbarkeit und Herstellung als Filmwerk.

Jedes Jahr vergibt die Robert Bosch Stiftung drei Filmförderpreise für internationale Zusammenarbeit zwischen jungen Filmemachern aus Deutschland und ihren Partnern aus der arabischen Welt (Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga). Die Preise werden in den Kategorien kurze Animation, Dokumentarfilm (Kurz- oder Langfilm) und Kurzspielfilm verliehen. Filmemachern der Fachrichtungen Produktion, Regie, Kamera und Drehbuch wird die Möglichkeit geboten, im jeweils anderen Land neue Arbeitsweisen und Stile kennenzulernen. Die Preisverleihung des Filmförderpreises findet während Berlinale Talents statt.