Berlinale: Preise Unabhängige Jurys


Preise von unabhängigen Jurys

Als unabhängig gelten Jurys, die ihre Preise im Namen externer, vom Festival unabhängiger Organisationen und Institutionen vergeben. Das hohe Qualitätsniveau und die Vielfalt im Festival-Programm laden dazu ein, sich kritisch mit dem Medium auseinanderzusetzen und mit einem eigenen Werturteil Akzente zu setzen. Dementsprechend vergeben die unabhängigen Jurys ihre Preise nach unterschiedlichen Kriterien, je nach dem speziellen Anliegen, das sich mit der Auszeichnung verbindet.

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Die Jury ehrt mit den Preisen Filmschaffende, die in ihren Filmen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die es in ihren Filmen schaffen, die Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Werte zu sensibilisieren.

Preisträger Wettbewerb 2016

Fuocoammare
von Gianfranco Rosi

Fuocoammare verschränkt das Schicksal der afrikanischen Flüchtlinge mit dem Leben einer italienischen Fischerfamilie auf der Insel Lampedusa. In poetisch aufgeladenen Bildern zeigt Rosi diese getrennten Welten und verbindet sie über die Person eines Arztes sowie über das Motiv des Meeres, das die einen nährt, die anderen tötet. Ein Film, der einen neuen Blick auf die Katastrophe wirft, ein Film, der sich weigert, den Status quo zu akzeptieren.

Preisträger Panorama 2016

Les premiers, les derniers (The First, the Last)
von Bouli Lanners

Begründung (nur auf Englisch): Two outcast lovers on the run. Two hitmen on their trail. Many gunshots. And it all oddly leads to a powerful plea for humanity. With gorgeously photographed lonely landscapes and endearingly hopeful characters, this playfully apocalyptic western paints a desolate road toward salvation, but the journey is worth the wait and the work because, as one character beautifully states, "There is more to life than breathing." Bouli Lanners' Les premiers, les derniers urges us to breathe and travel together.

Preisträger Forum 2016

Barakah yoqabil Barakah (Barakah Meets Barakah) von Mahmoud Sabbagh
und
Les Sauteurs (Those Who Jump) von Abou Bakar Sidibé, Estephan Wagner und Moritz Siebert

Baraqah Meets Baraqah ist eine klassische „boy meets girl“-Geschichte in einem erfrischenden und überraschenden Kontext. Der Film reflektiert über den Wert der Freiheit, über die Rolle der Frauen in der Saudi-Arabischen Gesellschaft und über die Frage nach Selbstverwirklichung trotz kultureller Beschränkungen. Mit Humor und Charme eröffnet er seine politische Botschaft über eine Jugend, die nach Freiheit strebt.

Les Sauteurs schildert das Flüchtlingsdrama aus einem völlig neuen Blickwinkel: Moritz Siebert und Estephan Wagner vertrauen die Kamera ihrem Co-Regissseur Abou Bakar Sidibé an, einem jungen Malinesen, der darauf hofft, über die berüchtigten Zäune von Melilla nach Europa zu kommen. So zeichnen sie das intime Porträt einer Gemeinschaft unter extremen Lebensbedingungen. Der Film ermutigt dazu, hinter den zahllosen Punkten auf den Computermonitoren Menschen auszumachen, die leiden, hoffen und durchhalten.

Jurymitglieder 2016
Rev. Micah Bucey
Prof. Dr. phil. Hans-Joachim Neubauer
Prof. Aurore Renaut
Callum Ryan
Jacques Vercueil
Marisa Winter

Die Jurys der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI), des internationalen Verbands der Filmkritik, sichten Filme aus dem Programm des Wettbewerbs und in den Sektionen Panorama und Forum. Pro Sektion wird ein Preis für den besten Film vergeben.

Preisträger Wettbewerb 2016

Smrt u Sarajevu / Mort à Sarajevo (Death in Sarajevo)
von Danis Tanović

Preisträger Panorama 2016

Aloys
von Tobias Nölle

Preisträger Forum 2016

Jurymitglieder 2016

Wettbewerb
José Romero
Mohammed Rouda
Mr. Clarence Tsui

Panorama
Thomas Abeltshauser
Dana Duma
Carlo Gentile

Forum
Tara Judah
Alberto Ruiz Ramos
Bettina Schuler

Die Jury der „Gilde deutscher Filmkunsttheater“ setzt sich aus drei Juroren zusammen, die Kinobetreiber und Mitglieder der Gilde sind. Sie vergibt ihren Preis an einen Film des Wettbewerbs.

Preisträger 2016

24 Wochen
von Anne Zohra Berrached

Jurymitglieder 2016
Louis Anschütz
Hans-Jörg Blondiau
Adrian Kutter

Für die „Confédération Internationale des Cinémas D´Art et Essai" (C.I.C.A.E.), den Internationalen Verband der Filmkunsttheater, sind zwei Jurys auf der Berlinale tätig: eine vergibt einen Preis an einen Film des Panoramas, eine kürt einen Film des Forums.

Preisträger Panorama 2016

Grüße aus Fukushima
von Doris Dörrie

Grüße aus Fukushima ist der Inbegriff von Filmkunst. Ein poetischer Film, der uns eindringlich daran erinnert, dass das Leben so einzigartig ist wie ein Traum.
Unbeschwert und feinfühlig elegant gedreht in beeindruckend schönen schwarz-weiß Aufnahmen, erzählt der Film von zwei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dieser Kulturunterschied und die gegenseitige Unterstützung, hilft am Ende jedoch die heimsuchenden Geister aus der Vergangenheit zu vertreiben.
Der Film bringt uns bei, mit den im Leben begangenen Fehlern umzugehen und sobald man diese akzeptiert, seinen Frieden findet und so gestärkt und optimistisch in die Zukunft blickt.

Preisträger Forum 2016

Ilegitim (Illegitimate)
von Adrian Sitaru

Jurymitglieder 2016

Panorama
Tiziano Gamberini
Ewa Kujawińska
Richard Nüsken

Forum
Michal Matuszewski
Aistė Račaitytė
Lysann Windisch

Das „Label Europa Cinemas“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel der Initiative ist die Förderung europäischer Filme, ihres Verleihs und ihrer Wahrnehmung beim Publikum und in den Medien. Es wird jeweils ein europäischer Film der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes und seit 2004 auch der Venice Days in Venedig mit dem Label durch eine Jury von fünf Mitglieds-Kinobetreibern ausgezeichnet. 2005 wurde diese Auszeichnung zum ersten Mal auf der Berlinale vergeben, und zwar an einen europäischen Film des Panoramas.

Preisträger 2016

Les premiers, les derniers (The First, the Last)
von Bouli Lanners


Lobende Erwähnung
S one strane (On the Other Side) von Zrinko Ogresta
und
Auf Einmal (All of a Sudden) von Aslı Özge

Jurymitglieder 2016
Greta Akcijonaite
Mathias Holtz
Malgorzata Kuzdra
Torsten Raab

Der Teddy Award, der bedeutendste queere Filmpreis der Welt, ist eine gesellschaftlich engagierte politische Auszeichnung, die Filmen und Personen zugute kommt, die queere Themen auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene kommunizieren und somit einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten.

Der Preis wird im Rahmen der Berlinale in den Kategorien Bester Spielfilm, Bester Dokumentar-/Essayfilm und Bester Kurzfilm sowie als Special Jury Award vergeben. Filme aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren jedes Jahr um die Teddy Awards.

2016 feiert der Teddy sein 30-jähriges Jubiläum.

Bester Spielfilm 2016

Kater (Tomcat)
von Händl Klaus

Bester Dokumentar-/Essayfilm 2016

Kiki
von Sara Jordenö

Bester Kurzfilm 2016

Moms On Fire
von Joanna Rytel

Special Jury Award 2016

Nunca vas a estar solo (You'll Never Be Alone)
von Alex Anwandter

Special Teddy Award 2016

Christine Vachon

Mit ihrer Firma Killer Films produziert Christine Vachon seit über 20 Jahren Filme, ohne die das queere, aber auch das US-Independent-Kino schwerlich denkbar wären - allein ein Dutzend davon finden sich in den Berlinale-Programmen wieder. Anfang der 1980er Jahre lernt sie als Studentin der Brown University Todd Haynes kennen, sein Debüt Poison (Teddy-Gewinner 1991) ist auch ihr erster produzierter Langfilm. Seitdem sind beide ein stetes Team. Vachon produzierte die Academy Award-prämierten Filme Boys Don’t Cry (Beste Hauptdarstellerin: Hilary Swank 2000) und Still Alice (Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore 2015) und im letzten Jahr, wieder für Todd Haynes, Carol mit Cate Blanchett und Rooney Mara. Christine Vachon wird bei der diesjährigen Teddy-Verleihung mit dem Special Teddy ausgezeichnet. Sie ist Gast des Queer Academy Summit und im Rahmen von Teddy30 präsentiert sie die Killer Films-Produktion Hedwig and the Angry Inch von John Cameron Mitchell, der 2001 den Teddy Award erhielt.

Jurymitglieder 2016

Augustas Čičelis, Litauen
Alexandra Carastoian, Rumänien
Alice Royer, USA
Dagmar Brunow, Deutschland
Adán Salinas Alverdi, Mexiko
Nosheen Khwaja, Schottland
Serubiri Moses, Uganda
Xiaogang Wei, China
Jay Lin, Taiwan

Im elften Jahr der Sektion Perspektive Deutsches Kino rief die Berlinale 2012 den von Glashütte Original gestifteten „Made in Germany - Förderpreis Perspektive“ ins Leben. Das mit 15.000 € dotierte Stipendium zur Unterstützung von jungen deutschen Regisseuren/-innen bei der Projekt-, Stoff- und Drehbuchentwicklung geht an ein Regietalent der Perspektive Deutsches Kino. Teilnahmeberechtigt sind alle Regisseure/-innen, die bei der vergangenen Berlinale einen Film im Programm der Perspektive hatten.
Siehe auch Made in Germany – Förderpreis Perspektive

Preisträger 2016

Janna Ji Wonders
für Walchensee Forever

Jurymitglieder 2016
Sandra Hüller
Ingo Haeb
Martin Heisler

Die aus fünf Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Caligari-Filmpreis an einen Film des Forums. Der Preis wird vom „Bundesverband kommunale Filmarbeit“ und der Zeitschrift „film-dienst“ gestiftet. Er ist mit 4.000 Euro dotiert, wobei die eine Hälfte an den Regisseur des Films geht, die andere den Verleih fördert.

Preisträger 2016

Akher ayam el madina (In the Last Days of the City)
von Tamer El Said

Jurymitglieder 2016
Wolfgang Dittrich-Windhüfel
Christine Müh
Rüdiger Suchsland

Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten. Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 € dotiert und wird in Form einer Bronzeplastik von Otmar Alt verliehen. Getragen wird der Preis von der Friedensinitiative Zehlendorf, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V..

Preisträger 2016

Makhdoumin (A Maid for Each)
von Maher Abi Samra

Jurymitglieder 2016
Matthias Coers
Teboho Edkins
Helgard Gammert
Ulrike Gruska
Michael Kotschi
Lena Müller
Yael Reuveny
Christian Römer

Die deutsche Sektion von Amnesty International verlieh auf der Berlinale 2005 erstmalig den Amnesty International Filmpreis. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Jury sichtet Filme der Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und Generation und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf Dokumentationen. Ziel des Preises ist es, die Aufmerksamkeit von Fachbesuchern und breitem Publikum auf das Thema Menschenrechte zu lenken und Filmemacher dazu zu ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen.

Preisträger 2016

Fuocoammare von Gianfranco Rosi
und
Royahaye Dame Sobh von Mehrdad Oskouei

Jurymitglieder 2016
Meret Becker
Dani Levy
Markus Bekko

Eine aus drei Mitgliedern bestehende Jury vergibt den Heiner-Carow-Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst an einen Dokumentar-, Spiel- oder Essayfilm der Sektion Panorama. Der Preis wird von der DEFA-Stiftung ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden Filme, die sich sozialen und politischen Fragen der Gegenwart und Geschichte mit außergewöhnlichen ästhetischen Mitteln annehmen.

Preisträger 2016

Grüße aus Fukushima
von Doris Dörrie

Jurymitglieder 2016
Dirk Kummer
Lindsey Merrison
Sabine Söhner

Leser- und Publikumspreise

Für den Panorama Publikums-Preis können alle Besucher der Berlinale mittels Stimmzetteln votieren. Der Preis wird seit 1999 verliehen und verdankt sich einer gemeinsamen Initiative des Radiosenders radioeins und des Panoramas.

Preisträger Spielfilm 2016

Junction 48
von Udi Aloni

Preisträger Dokumentarfilm 2016

Who's Gonna Love Me Now?
von Barak Heymann und Tomer Heymann

Die Jury besteht aus zwölf Lesern der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“. Es wird ein Spielfilm des Wettbewerbs prämiert.

Preisträger 2016

Fuocoammare
von Gianfranco Rosi

Seit der Berlinale 2007 beruft auch der „Tagesspiegel“ eine Leserjury. Sie besteht aus neun Mitgliedern, die in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Der Leserpreis des Tagesspiegel geht an den besten Film des Forums.

Preisträger 2016

Nikdy nejsme sami (We Are Never Alone)
von Petr Vaclav

Preise Berlinale Co-Production Market & Berlinale Talents

ARTE vergibt seit 2011 den mit 6.000 Euro dotierten ARTE International Prize an eins der für den Berlinale Co-Production Market ausgewählten Projekte.

Preisträger 2016

Regisseur Alvaro Brechner
Für Memories from the Cell, produziert von der Firma Tornasol Films aus Spanien

Eurimages vergab 2015 erstmals den mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award an die Produzenten eines der ausgewählten Projekte des Berlinale Co-Production Market. Berücksichtigt werden Projekte in der offiziellen Auswahl, die als Kino-Koproduktion zwischen mindestens zwei Eurimages-Mitgliedsländern geplant sind. Es darf sich dabei nicht um rein finanzielle Koproduktionen handeln. Herausragende künstlerische Qualität und die Chancen des Projektes, als mehrheitlich europäische Koproduktion realisiert zu werden, sind die Hauptkriterien bei der Vergabe des Preises.

Preisträger 2016

Cinéma Defacto (Frankreich) und Proton Cinema (Ungarn) für Blind Willow, Sleeping Woman (Regie: Pierre Földes)


Lobende Erwähnungen:
Tornasol Films (Spanien) für Memories from the Cell (Regie: Alvaro Brechner)
Amrion (Estland) für The Little Comrade (Regie: Moonika Siimets)

Der Talent Project Market bietet ca. zehn an Berlinale Talents teilnehmenden Produzenten und Regisseuren die Möglichkeit, ihr Projekt potentiellen Koproduzenten und Finanziers im Berlinale Co-Production Market vorzustellen. Seit 2004 wird der mit 10.000 Euro dotierte VFF Talent Highlight Pitch Award im Rahmen des Talent Project Market von der VFF - Verwertungsgesellschaft für Film- und Fernsehproduzenten gestiftet. Eine internationale Jury vergibt den Preis an das erfolgversprechendste Projekt mit den größten Aussichten auf Produktionsrealisierbarkeit und Herstellung als Filmwerk.

Preisträger 2016

Produzent Max Serdiuk aus der Ukraine
Für Tank

Jedes Jahr vergibt die Robert Bosch Stiftung drei Filmförderpreise für internationale Zusammenarbeit zwischen jungen Filmemachern aus Deutschland und ihren Partnern aus der arabischen Welt (Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga). Die Preise werden in den Kategorien kurze Animation, Dokumentarfilm (Kurz- oder Langfilm) und Kurzspielfilm verliehen. Filmemachern der Fachrichtungen Produktion, Regie, Kamera und Drehbuch wird die Möglichkeit geboten, im jeweils anderen Land neue Arbeitsweisen und Stile kennenzulernen. Die Preisverleihung des Filmförderpreises findet während Berlinale Talents statt.

Preisträger 2016

In der Kategorie Kurzspielfilm:
Thsweesh

In der Kategorie Dokumentarfilm:
Miguel’s War

In der Kategorie Animation:
Four Acts for Syria