Berlinale:


Berlinale Kamera

Mit der Berlinale Kamera ehrt die Berlinale jedes Jahr Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Auf diese Weise bedankt sich die Berlinale bei denjenigen, die zu Freunden und Förderern des Festivals geworden sind. 2012 wurden das Studio Babelsberg, Haro Senft und Ray Dolby mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Carl L. Woebken, der Vorstandsvorsitzende Studio Babelsberg AG und Christoph Fisser, der Vorstand der Studio Babelsberg AG, mit der Berlinale Kamera

Anlässlich des 100. Jubiläums von Studio Babelsberg zeigen die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin in der Sonderreihe „Happy Birthday, Studio Babelsberg“ zehn Filme - jeweils aus einem Studio-Jahrzehnt - und lassen die Geschichte des Filmstudios noch einmal Revue passieren. Die Filmfestspiele haben dem Studio Babelsberg zudem eine Berlinale Kamera verliehen.

Haro Senft mit seiner Berlinale Kamera

Haro Senft ist einer der zentralen Gründungsväter des Neuen Deutschen Films. Geboren in Budweis (České Budějovice) initiierte er Ende der 50er Jahre die Münchener Gruppe DOC 59, aus deren Kreis 1962 auch die meisten Unterzeichner des Oberhausener Manifests kamen. In der damaligen Bundesrepublik stellten diese beiden Gruppen hochaktive Zellen der Moderne im bleiern nachwirkenden Muff der Nachkriegszeit dar. Für seinen Film Kahl, über den Bau des ersten deutschen Atomkraftwerks erhielt Haro Senft 1961 eine Oscar-Nominierung, er war maßgeblich an der Gründung des Kuratoriums Junger Deutscher Film beteiligt, in seinem ersten Spielfilm Der sanfte Lauf gab er Bruno Ganz dessen erste Filmrolle und er war Gründungsmitglied sowie langjähriger Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten“. 1971 zog er sich aus allen filmpolitischen Ämtern zurück und widmete sich wie kein zweiter in Deutschland der Entwicklung einer Kultur des Kinderfilms. Mit seinen Filmen Ein Tag mit dem Wind (1978) und Jacob hinter der blauen Tür (1987) setzte er Maßstäbe für das Genre. In den 80er Jahren koproduzierte er mehrere Spielfilme, darunter Doris Dörries Im Innern des Wals (1984) und Tevfik Başers Lebwohl Fremde (1989).
Da Haro Senft nicht mehr reisen kann, hat ihm Dieter Kosslick die Berlinale Kamera an seinem Wohnort in München bereits vor dem Festival überreicht. Die Berlinale hat am 15. Februar 2012 zu Ehren von Haro Senft im Kino Arsenal den Film Ein Tag mit dem Wind präsentiert. Vor der Vorführung wurde eine Filmaufzeichnung der Preisverleihung eingespielt.

Dieter Kosslick, Ray Dolby und Peter Cowie

Ray Dolby hat den Raumklang im Kino revolutioniert und einen großen Teil dazu beigetragen, dass Filme zu den beeindruckenden akustischen Erlebnissen werden, die sie heute sind. Durch die Installation mehrerer Lautsprecher und die Einführung der Mehrkanaltechnologie hat der Zuschauer das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Ray Dolbys erste „Surround Sound“ Technologie, Dolby Stereo, wurde 1975 eingeführt und schnell von Kinos auf der ganzen Welt adaptiert, als Filme wie Krieg der Sterne (1977, R: George Lucas) oder Unheimliche Begegnung der Dritten Art (1977, R: Steven Spielberg) in dem neuen Tonformat herausgebracht wurden. Es folgte der „Dolby Digital Surround Sound“, der mit der Einführung der DVD auch zum Standard für den Heimkino-Ton wurde. 1965 gründete Ray Dolby die Firma Dolby Laboratories, als er eine einfache Idee hatte, wie man das Problem des Rauschens bei Audiokassetten lösen könne. Dies war die Geburtsstunde der Dolby A-Rauschunterdrückung für professionelle Tonaufnahmen, der drei Jahre später Dolby B für den privaten Gebrauch folgte. In den 1970er Jahren lenkte Ray Dolby den Fokus der Firma auf das Kino und veränderte damit das Unterhaltungserlebnis für immer. Für seine Arbeit in diesem Feld und seine Verdienste um die Filmindustrie wurde er 1989 mit dem Oscar ausgezeichnet. Im Jahr 2003 erhielt er den Emmy für sein Lebenswerk. Ray Dolby war von 1965 bis 2011 Mitglied des Firmenvorstandes und zog sich 2011 aus dem aktiven Geschäft zurück. Sein Sohn David Dolby ist seit mehreren Jahren im Management der Firma tätig und gehört seit 2011 zum Vorstand.

Berlinale Kamera

Die Berlinale Kamera wird seit 1986 verliehen. Bis 2003 war der Berliner Juwelier David Goldberg Stifter dieser Auszeichnung. Das Düsseldorfer Atelier Georg Hornemann Objects übernahm im folgenden Jahr die Patenschaft. Anlässlich der Berlinale 2008 wurde die Trophäe vom Goldschmiedekünstler Hornemann umgestaltet: die neue Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Filmkamera nachempfunden. Viele der Silber- und Titanteile von Schwenkkopf bis Stativ sind beweglich.

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