Berlinale: Berlinale Kamera


Berlinale Kamera

Mit der Berlinale Kamera ehrt die Berlinale jedes Jahr Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Auf diese Weise bedankt sich die Berlinale bei denjenigen, die zu Freunden und Förderern des Festivals geworden sind.

Die Berlinale Kamera wird seit 1986 verliehen. Bis 2003 war der Berliner Juwelier David Goldberg Stifter dieser Auszeichnung. Das Düsseldorfer Atelier Georg Hornemann Objects übernahm im folgenden Jahr die Patenschaft. Anlässlich der Berlinale 2008 wurde die Trophäe vom Goldschmiedekünstler Hornemann umgestaltet: Die neue Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Filmkamera nachempfunden. Viele der Silber- und Titanteile von Schwenkkopf bis Stativ sind beweglich.

Bei den 63. Internationalen Filmfestspielen Berlin wurden die Schauspielerin und Regisseurin Isabella Rossellini, der Filmemacher und Schriftsteller Rosa von Praunheim sowie überraschend auch der amerikanische Filmregisseur Richard Linklater mit einer Berlinale Kamera geehrt.

Isabella Rossellini mit der Trophäe

Isabella Rossellini gehört zu den renommiertesten Darstellerinnen des internationalen Kinos. In den vergangenen Jahren hat sie sich zudem als Produzentin und Regisseurin profiliert. Sie spielte u.a. in Filmen von Paolo und Vittorio Taviani, Norman Mailer, Robert Zemeckis, Joel Schumacher, John Schlesinger, Peter Greenaway u.v.m. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rollen in David Lynchs Filmen Blue Velvet (1986) und Wild at Heart – die Geschichte von Sailor und Lula (1990). Isabella Rossellini war 2011 Präsidentin der Internationalen Jury der Berlinale, zuvor war sie bereits viele Male zu Gast beim Festival, zum ersten Mal mit Peter Weirs Fearless (Wettbewerb 1994). 2007 kehrte sie als Kinoerzählerin in Guy Maddins experimentellem Stummfilm Brand Upon the Brain! im Forum nach Berlin zurück, 2011 war sie mit Julie Gavras’ Late Bloomers im Berlinale Special. 2013 ist Isabella Rossellini mit zwei Filmen im Festival vertreten: Als Darstellerin mit Vincent Bals Nono, Het Zigzag Kind (The Zigzag Kid) in der Sektion Generation sowie im Forum Expanded mit ihrer Regiearbeit Mammas , der Fortsetzung ihrer Kurzfilmreihe Green Porno (Forum Expanded 2008).
Isabella Rossellini wurde am 9. Februar 2013 um 21:30 Uhr im Delphi Filmpalast mit der Berlinale Kamera geehrt, im Anschluss wurde Mammas uraufgeführt.

Rosa von Praunheim bei der Ehrung

Rosa von Praunheim ist einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Kinos. Er gilt als Wegbereiter und Mitbegründer der öffentlichen Schwulenbewegung in Deutschland. Im Laufe seiner über 40-jährigen Karriere drehte er mehr als 70 Filme, in denen er - oft, aber nicht ausschließlich – Homosexualität thematisiert. Zudem veröffentlichte er mehrere Bücher. Seinen Durchbruch feierte er mit Die Bettwurst (1970) und dem bahnbrechenden Dokumentarfilm Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (Berlinale 1971).
Über 20 seiner Filme hat Rosa von Praunheim bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin präsentiert. Im Panorama zeigte er u.a. Anita – Tänze des Lasters (1988) und New York Memories (2010) sowie im Berlinale Special Wer ist Helene Schwarz? (2005). Zuletzt war er mit seiner mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Dokumentation Die Jungs vom Bahnhof Zoo (2011) und mit König des Comics (2012) zu Gast im Panorama. Anlässlich seines 70. Geburtstages im November 2012 drehte er 70 neue Kurzfilme. Tom Tykwer, Robert Thalheim, Chris Kraus, Axel Ranisch und Julia von Heinz widmeten ihm zu demselben Anlass mit Rosakinder eine filmische Hommage.
Die Verleihung der Berlinale Kamera an Rosa von Praunheim fand am 13. Februar 2013 um 22:30 Uhr im Kino International statt, danach wurde der Dokumentarfilm Rosakinder gezeigt.

Dieter Kosslick überrascht Richard Linklater mit einer Berlinale Kamera

Richard Linklater ist langjähriger Freund der Berlinale. Sein erster Wettbewerbsbeitrag Before Sunrise wurde 1995 mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet. Nachdem Richard Linklater mit der Fortsetzung Before Sunset 2004 erneut Gast der Berlinale war, stellte er 2007 im Kulinarischen Kino die Komödie Fast Food Nation vor. Im Rahmen der Premiere von Before Midnight wurde ihm am 11. Februar 2013 die Berlinale Kamera überreicht.

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