Ein russischer Filmprofi aus der Zarenzeit mit Gespür für die richtigen Stoffe und ein deutscher Kommunist, ein „roter Medienunternehmer": Moisej Alejnikow und Willi Münzenberg taten sich 1922 zusammen, mit pfiffigen Geschäftsideen, politischem Auftrag und unbändiger Lust an neuer filmischer Erzählung. So entstand ein einzigartiges deutsch-russisches Filmunternehmen, das Filmstudio Meschrabpom-Rus (später Meschrabpom-Film) in Moskau, mit einer Zentrale in Berlin.
Rund 600 Filme und elf bzw. 14 Jahre später wurde das internationale Experiment von den Diktaturen Hitlers und Stalins gewaltsam beendet. Die Retrospektive der Berlinale 2012 widmet sich unter dem Titel „Die rote Traumfabrik" dieser Wiederentdeckung aus russischen Archiven.
Die Retrospektive 2012 umfasst rund 30 Programme mit über 40 Stumm- und Tonfilmen. Alle Stummfilme des Programms werden mit Live-Musik durch international renommierte Künstler begleitet. Das Filmprogramm wird ergänzt durch Veranstaltungen in der Deutschen Kinemathek. Zur Retrospektive erscheint eine Publikation im Berliner Verlag Bertz + Fischer. Deutsche und russische Autoren beleuchten die Entwicklung des Studios und die Ästhetik der hier produzierten Filme.