Berlinale:


Made in Germany - Förderpreis Perspektive

Video: Preisverleihung und Pressegespräch

Im Rahmen der Eröffnung der Reihe Perspektive Deutsches Kino auf den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin wurde der „Made in Germany – Förderpreis Perspektive“ erstmals feierlich vergeben. Annekatrin Hendel mit dem Treatment zum Dokumentarfilm Disko ist die erste Preisträgerin der neuen Talentförderinitiative. Die Internationalen Filmfestspielen Berlin haben gemeinsam mit dem Co-Partner Glashütte Original den Förderpreis zur Unterstützung von jungen deutschen Regisseuren/-innen bei der Projekt-, Stoff- und Drehbuchentwicklung ins Leben gerufen. Das mit 15.000 Euro dotierte Stipendium wird von Glashütte Original gestiftet.

Über die Vergabe des Förderpreises entschied eine Jury, bestehend aus Regisseur und Drehbuchautor Thomas Arslan, Produzent Gian-Piero Ringel und Schauspielerin Anna Brüggemann. Sie sind auf vielfältige Weise mit dem deutschen Nachwuchsfilmschaffen, der Berlinale und der Perspektive Deutsches Kino verbunden. „Die meisten Regisseure der Perspektive haben gerade ihren ersten Film gemacht. Danach wird es schwerer. Dass Talente, die auffallen, mit Hilfe des Förderpreises weiter arbeiten, Geschichten entwickeln und Filme machen können, unterstütze ich gern“, so Gian-Piero Ringel über sein Engagement in der Förderpreis-Jury.

Die Gewinnerin 2012: Annekatrin Hendel

Aus elf eingereichten Stoffen der Regisseure und Regisseurinnen der letzten Perspektive Deutsches Kino (2011) wählten die Juroren die vielversprechendste Idee aus. Warum die Wahl auf das Projekt Disko von Annekatrin Hendel fiel, begründet die Jury wie folgt: „Disko ist ein eigenwilliges dokumentarisches Projekt, in dessen Zentrum der Terroranschlag auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ steht. Die Jury hat insbesondere der persönliche Zugang der Filmemacherin zu ihrem Thema, der deutlich über einen objektivierenden journalistischen Ansatz hinausgeht, die gründliche Vorrecherche und die formal-ästhetische Struktur des Vorhabens überzeugt. Mit dem Preis soll die weitere Entwicklung dieses Projektes gefördert werden, von dessen Realisierung sich die Jury einen inhaltlich und formal herausragenden Dokumentarfilm verspricht.“

Aus der Uhrenmanufaktur Glashütte Original stammt auch die Statuette, die Annekatrin Hendel neben dem Preisgeld erhielt. Noah Braig, Auszubildender im 2. Lehrjahr der manufaktureigenen Uhrmacherschule, hat sie entworfen und in den traditionsreichen Werkstätten in Glashütte / Sachsen gefertigt.

Darüber hinaus wird die Preisträgerin in der weiteren Projektentwicklung von einer Mentorin begleitet: Mit Andrea Kuhn, seit 1996 freie Dramaturgin für Kino- und Fernsehfilme mit Schwerpunkt auf Debüt- und Nachwuchsfilme (u.a. Prinzessinenbad, Solino, Katze im Sack), konnte eine ausgewiesene Expertin für das Projekt Disko gewonnen werden. Der Dokumentarfilm Disko wird von der Berliner Produktionsfirma IT WORKS! Medien produziert und soll ab 2013 realisiert werden.

Die Jury 2012

Regisseur und Drehbuchautor Thomas Arslan gilt als einer der interessantesten deutschen Regisseure der Gegenwart. Bekannt geworden ist er mit seiner Film-Trilogie über das alltägliche Leben von Menschen türkischer Abstammung in Berlin. Der zweite Film dieser Reihe, Dealer, wurde im Forum der Berlinale 1999 gezeigt und mit dem FIPRESCI-Preis sowie dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet. 2007 lief sein kammerspielartiges Familiendrama Ferien im Panorama und 2010 war im Forum der Berlinale sein mit kühler Präzision komponierter Genrefilm Im Schatten zu sehen.

Schauspielerin Anna Brüggemann war in vielen deutschen Filmen der letzten Jahre zu sehen, vor allem auch in Filmen von interessanten Nachwuchs-Regisseuren. Zusammen mit ihrem Bruder Dietrich Brüggemann schrieb sie das Drehbuch zu Neun Szenen (Regie: Dietrich Brüggemann), der 2006 in der Perspektive lief und für den die Geschwister den Studio Hamburg Nachwuchspreis für das Beste Drehbuch bekamen. Auch bei der humorvollen und vielfach preisgekrönten Dreiecksgeschichte Renn, wenn Du kannst (Regie: Dietrich Brüggemann) war sie Ko-Autorin des Drehbuchs und spielte die Hauptrolle (Perspektive 2010) im Film.

Produzent Gian-Piero Ringel hat bis 2006 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studiert und ist seit 2008 als Geschäftsführer der von Wim Wenders gegründeten Produktionsfirma Neue Road Movies tätig. Mit Palermo Shooting (Cannes 2008) und Pina (Wettbewerb der Berlinale 2011) hat Gian-Piero Ringel bereits zwei Filme von Wenders produziert. Er fungiert außerdem als Koproduzent verschiedener internationaler Filmproduktionen, zuletzt lief Unfair World von Filippos Tsitos auf dem Filmfestival in San Sebastian.

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