Der Kurzfilm ist radikal und ungebunden. Manchmal kontrovers, verstörend, an der Grenze der Verständlichkeit. Er ist so vielschichtig wie die Möglichkeiten seiner Gestaltung, präsentiert sich als offene Frage, kühne These, hingeworfener Gedanke oder als sorgsam durchinszeniertes Drama. Oft trägt der Kurzfilm schon im Keim die stilistischen und inhaltlichen Charakteristika, die später die Handschrift seines Künstlers werden. Das viel kleinere Produktionsbudget erfordert eine noch kompromisslosere Suche und trägt zur Ausbildung dieser Handschrift bei.
Seit 1955 verleiht die Berlinale den Goldenen und den Silbernen Bären für Kurzfilme. Seit 2003 mit einer eigenen internationalen Jury, die aus der 1990 gegründeten Panorama-Kurzfilmjury hervorging. 2006 wurden dann die Kurzfilmprogramme von Panorama und Wettbewerb zu einer eigenen Sektion zusammengeführt. Mit der Einführung einer eigenen Sektion hat die Festivalleitung einen Akzent gesetzt, um die Bedeutung des kurzen Films für die Filmproduktion im Allgemeinen zu untermauern.