Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Berlinale Classics

Die Russen kommen

The Russians are Coming

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Frühjahr 1945 in einem kleinen Ostseebad. Der 16-jährige Günter glaubt fest an den deutschen Endsieg. Bei der Jagd nach einem entflohenen Zwangsarbeiter ist er der Schnellste, stellt ihn und sieht mit an, wie er erschossen wird. Stolz nimmt er das Eiserne Kreuz II entgegen, bevor er im letzten Aufgebot an die nahe Front geschickt wird. Bei seinem ersten Einsatz ergreifen ihn sowjetische Soldaten, aber er entkommt nach Hause. Nach der Besetzung des Ortes durch die Rote Armee wird Günter wegen Mordes an dem Zwangsarbeiter verhaftet … Günter, »unter den Schuldigen der Unschuldigste« (Carow), erlebt jenen Tag, der in der DDR zum »Tag der Befreiung« wurde, als eine Katastrophe, die ihn in große Verwirrung stürzt. Ein Film über den Faschismus ohne antifaschistischen Helden passte nicht ins Bild. Die Russen kommen wurde 1968 vor der Fertigstellung verboten, große Teile des Negativs später vernichtet. Erst 1987 konnte der Film anhand disparater Arbeitsmaterialien rekonstruiert und fertiggestellt werden. Seine Verbotsgeschichte bleibt ihm auch nach der Restaurierung sichtbar ins Material eingeschrieben. – Weltpremiere der digital restaurierten Fassung im Vorführformat 2K DCP.

Deutschland (DDR 1949 bis 1990) 1968/1987, 90 Min

von

Heiner Carow

mit

Gert Krause-Melzer
Viktor Perewalow
Dorothea Meissner
Norbert Christian