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Computer Chess

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Jedes Dumbphone ist heute smart genug, um im Schachspiel auch Großmeister in ihre Schranken zu weisen. Das war in den frühen 1980er Jahren anders. Da trafen sich die Nerds allen Alters, wetteten darum, wie lange es noch dauere, bis Computer Menschen überlegen sein würden, programmierten in Fortran und Prolog auf obskurer Hardware mit Akustikkopplern und drolligen Kleinstbildschirmen, und das Schlagwort Künstliche Intelligenz war der letzte Schrei.
Andrew Bujalski versetzt uns ästhetisch und thematisch zurück in diese Epoche. In Computer Chess lässt er den Wettbewerb der Schachprogrammierer in einem Provinzhotel aus dem Ruder laufen und die etwas verklemmten Tüftler mit den sexuell aufgeschlossenen Besuchern einer Selbstfindungsgruppe in Konflikt geraten. Gedreht ist die vergnügliche, liebevoll und mit äußerster Detailfreude ausgestattete Zeitreise auf einer Sony-Schwarzweiß-Videokamera jener Zeit. Als sich deren Bild wie durch Zauberhand irgendwann färbt, Bilder und Töne sich psychedelisch überlagern, einer der Experten in einer Zeitschlaufe gefangen ist, ein anderer mit seinem Rechner philosophische Debatten beginnt, wird aus dem herrlichen Unernst heiliger Ernst. Oder umgekehrt.

USA 2013, 92 Min

von

Andrew Bujalski

mit

James Curry
Chris Doubek
Robin Schwartz
Myles Paige
Patrick Riester