Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Panorama

The Act of Killing

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Nach dem indonesischen Militärputsch 1965 wurden von willfährigen Paramilitärs der Pancasila Youth und sadistischen Kriminellen innerhalb eines Jahres über eine Million vermeintlicher Kommunisten umgebracht. Die Morde wurden nie geahndet, und die Täter haben heute noch Macht und Einfluss und können auf die Unterstützung korrupter Politiker zählen. Stolz erzählen sie vom Kampf gegen die Kommunisten und demonstrieren ihre effizienten Tötungsmethoden. Der schmale Anwar Congo und der rundliche Herman Koto sind begeistert, als die Regisseure sie bitten, die Szenen ihrer Morde für diesen Film zu inszenieren. Voller Eifer suchen sie Schauspieler, lassen aufwendige Kostüme entwerfen und diskutieren mögliche Szenarien. Sie sehen sich schon als Filmstars, die der Welt das wahre Leben der indonesischen "Premen", der "free men", zeigen. Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben. Congo sagt, dass er zum ersten Mal gefühlt hat, was seine Opfer fühlten. Ihm dämmert, was er Hunderten von Menschen angetan hat. Die Inszenierung der Realität ist wirklicher geworden, als es die Taten für die Männer je waren.

Dänemark / Norwegen / Großbritannien 2012, 120 Min

von

Joshua Oppenheimer, Co-directors:Christine Cynn, Anonym

Weltvertrieb

Cinephil Distribution & Coproductions