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Am Rand einer Stadt, in einer Wohnung mit Blick auf den Hafen, lebt eine vierköpfige Familie. Der jüngere Sohn wird vom Religionslehrer tyrannisiert, der ältere hat einen schweren Unfall. Die Mutter leidet unter Angstzuständen, fällt immer wieder aus der Rolle – und schließlich aus ihrem Leben. Der Vater ist überfordert. Alle leiden unter der Zurichtung ihres Selbst. Auf Ordnung und Strenge im familiären Alltag folgen Zusammenbruch und Zerfall. Folge mir findet dafür eine ungewöhnliche Form: Die Cinemascope-Bilder in strahlendem Schwarzweiß sind nicht chronologisch montiert, die Erzählung bleibt fragmentarisch. Es werden mehrere Zeitebenen etabliert, wobei absichtsvoll platzierte Anachronismen für kleine Störungen sorgen. Die Mutter wird von zwei Darstellerinnen verkörpert, und oft bleibt offen, ob ihre Träume bzw. Halluzinationen ins Bild gesetzt sind oder ob es sich um reales Geschehen handelt. Außerdem brechen häufig fröhlich-bunte Super8-Home-Movie-Familienbilder aus den 70er Jahren durch das Schwarzweiß, die die beklemmende Stimmung konterkarieren. Sie fungieren nicht als Rückblick, sondern als Sehnsuchtsbilder, als Projektionen eines besseren Lebens. Ein stilles Drama um eine versehrte Familie. Eine wie viele.

Österreich 2010, 109 Min

von

Johannes Hammel

mit

Daniela Holtz
Roland Jaeger
Simon Jung
Karl Fischer
Charlotte Ullrich
Oskar Fischer

Weltvertrieb

Hammelfilm