Berlinale: Programm


Filmdatenblatt

Panorama

Bombay Beach

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Dokument und Drama, Beschreibung eines tragischen Alltags und traumhaftes Musical: In ihrem Film zeichnet die Regisseurin Alma Har’el das Porträt einer kleinen Gemeinschaft an den Rändern des einstigen „Amerikanischen Traums“. Seine Protagonisten leben im Süden Kaliforniens, in einer der ärmsten Gemeinden des Landes, am Ufer des Saltonsees – es sind Gestrandete inmitten der Colorado-Wüste. Der Saltonsee verdankt seine Existenz einem Dammbruch vor gut 100 Jahren; lange Zeit war er ein beliebtes Ausflugsziel und Feriengebiet. Inzwischen ist der abflusslose und stark salzhaltige See ein ökologisches Wrack. Wo sich früher Touristen tummelten, treiben heute tote Fische.
Rund 100 Menschen leben hier noch in einer kleinen Ortschaft namens Bombay Beach. Der Film erzählt die Geschichten von drei Bewohnern. Benny Parrish ist ein manisch-depressiver junger Mann mit einer blühenden Fantasie, was sowohl ihm wie auch seiner waffenverliebten Familie Freud und Leid zugleich verschafft. CeeJay Thompson, ein schwarzer Teenager, hat sich nach Bombay Beach geflüchtet, weil er nicht das Schicksal seines Cousins teilen wollte, der von einer Jugendgang in Los Angeles ermordet wurde. Und mit Red, der früher auf den Ölfeldern gearbeitet hat, kommt auch ein Alteingesessener zu Wort, der jetzt hauptsächlich von Whiskey und Zigaretten lebt.
Unterbrochen werden die Erzählungen von choreografierten Sequenzen, in denen die Protagonisten tanzen – zur Filmmusik von Zach Condon und zu Liedern von Bob Dylan.

USA 2011, 80 Min

von

Alma Har'el