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Regarde-moi

Ain't Scared

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REGARDE-MOI AIN’T SCARED

Ein Tag in einer Cité der Pariser Vorstadt Colombes: Jo ist in Gedanken schon weit weg, denn er ist für die Jugendmannschaft von Arsenal London entdeckt worden. Jos Freund Yannick hat damit zu tun, seine Flamme Melissa zurückzuerobern, und Mouss bringt sich in Form, um Daphne zu beeindrucken. Auch Fatimata und Julie, die eine schwarz, die andere weiß, sind verliebt, und beide haben es auf Jo abgesehen. Es bleiben 24 Stunden für seine Entscheidung. Jede Szene dieses autobiografisch gefärbten Films der jungen Regisseurin Audrey Estrougo konfrontiert zwei Seiten: Es gibt ein Drinnen und ein Draußen, ein vor der Tür und ein hinter der Tür, ein unten auf der Straße und ein oben in der Wohnung. Vor allem aber ist das Leben in der Cité geprägt von der strikten Trennung der Geschlechter in eine Jungen- und eine Mädchenclique. Darum erzählt Regarde-moi diese 24 Stunden zweifach, zunächst aus männlicher Sicht, danach aus weiblicher. Erst der zweite Durchlauf entschlüsselt, was wir vorher nur einseitig wahrgenommen haben. Doch der Perspektivwechsel führt die Gegensätze nicht bloß vor. Auf einmal wird deutlich, wie eng die Verhältnisse sind in der Cité, in der es keinen unbeobachteten Moment gibt. Tief ins Private reicht die soziale Kontrolle, und jede Abweichung von Rollenmustern und Geschlechter-Stereotypen wird registriert, ausgebreitet, sanktioniert. Wer sich widersetzt, wird bestraft, damit rechnen auch Fatimata und Julie.
Christoph Terhechte

Frankreich 2007, 97 Min

von

Audrey Estrougo

mit

Emilie de Preissac
Terry Nimajimbe
Paco Boublard
Salomé Stévenin

Weltvertrieb

Gaumont Distribution