Drifter

Aileen (16), Angel (23) und Daniel (25) haben sich vor den Überresten ihrer Familien und der Enge ihrer Dörfer in die Anonymität der Großstadt Berlin geflüchtet. Ihr Aktionsraum ist die Gegend um den Bahnhof Zoo. Sie prostituieren sich, um sich das Geld für ihre Drogensucht zu beschaffen, und kommen in Notunterkünften, bei Bekannten oder bei Stammfreiern unter. Sie haben Sehnsüchte und Wünsche und für ihr Leben einen vagen Plan, aber es bleibt eine Baustelle, so wie die Welt, in der sie sich laufend neu konstituieren müssen: eine Welt der Übergänge und instabilen Zwi­schen­räume, der Hinterwege, Geschäfte, Nischen und Transitplätze.
Der Film folgt seinen Figuren in hartnäckiger und fast autistischer Beschrän­kung auf ihren eigenen Erfahrungsgehalt. Keine Biografie, keine Erklärungs­muster. Keine literarische Aufladung des Drogenkonsums, keine historische Topografie der durch Generationen von Junkies beschriebenen Stadt.
Un-Orte, Narben der Städte legt die Kamera frei und bewegt sich auf verschlungenen Pfaden durch Treppenhäuser und Korridore. (…) Als Aileen am Ende des Films im Zug sitzt, auf dem Weg zurück in ein Heimatdorf, weil sie sich die Gelbsucht geholt hat, und man im Blick aus dem Zugfenster die verkarsteten, brandenburgischen Felder zurücklässt – da verdichten die fleckigen Winterwiesen Aileens momentane Befindlichkeit und die Verlassenheit, die Daniel im Verlauf des Films immer mehr verstören wird, zum Bild einer trostlosen Gegenwart wie einer nicht weniger dämmrigen Zukunft.
Produktionsmitteilung
von Sebastian Heidinger Deutschland 2007 82’

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