FALSCHER BEKENNER
Es ist Nacht, die Autobahn leer. Armin ist allein unterwegs, zu Fuß, immer an der Leitplanke entlang. Ein Jaguar, zerschellt an einem Brückenpfeiler, das Gesicht des Fahrers leblos. Was Armin bewegt, eines der Trümmerteile an sich zu nehmen, weiß er nicht.Der 18-jährige Armin hat gerade die Mittlere Reife hinter sich und erstickt langsam am Wohlwollen seiner Mutter, an den Erwartungen seines Vaters, an der tödlichen Langeweile des Vorstadtlebens. Jeden Tag eine Bewerbung, das haben seine Eltern mit ihm ausgemacht, auch wenn er nicht so recht weiß, was er werden will. Unfähig zu eigenem Widerstand, sehnt er sich nach Schroffheit und Unterwerfung, was ihm zu Hause niemand erfüllen kann. Er beginnt, wahllos anonyme Bekennerbriefe zu schreiben, zuerst zu dem Unfall, bei dem er Zeuge wurde, dann zu Verbrechen, von denen er liest. Ein Brand in der Innenstadt, Feuerwehr und Polizei überall. Ich habe das Feuer gelegt der nächste Brief. Die Schlagzeile ist ihm sicher. Was als Spiel beginnt, wird bald zur Obsession. Schon reicht es ihm nicht mehr, nur so zu tun, als sei er schuld
Nach seinem Erstling MILCHWALD (Berlinale-Forum 2003) begibt sich Hochhäusler in seinem neuen Film in die Innenwelten junger Menschen von heute und erkundet ihre Befindlichkeiten, ihre Suche nach sich selbst und nach einem Platz in der Welt. Er stößt dabei auf Sinnfragen, mit denen sich bislang keine Generation in ihrer Jugend konfrontiert sah.