Berlinale: Biografien


Alfred Bauer

Dr. Alfred Bauer wurde 1950 zum Direktor der neu gegründeten Internationalen Filmfestspiele Berlin berufen und leitete das Festival bis zu seinem Ruhestand 1976.

Bauer wurde am 18. November 1911 in Würzburg geboren. Schon als Schüler verbrachte er jede freie Minute mit seinem Hobby Film. Noch vor dem Studium der Rechte und Kunstgeschichte gründete er ein eigenes filmliterarisches Archiv, das die Grundlage seiner späteren publizistischen Arbeit wurde. Im Jahr 1938 promovierte Bauer zum Dr. Jur. mit einer Arbeit zum Filmrecht. Nachdem er drei Jahre als Soldat den zweiten Weltkrieg miterlebt hatte, wurde er in die damals neu gegründete Dachgesellschaft des deutschen Films, die Ufa-Film GmbH, berufen. Nach 1945 war er zunächst für drei Jahre filmsachverständiger Berater der Britischen Militärregierung, später deren Filmreferent, bevor ihm 1950 die Leitung der Internationalen Berliner Filmfestspiele anvertraut wurde. Im gleichen Jahr erschien anlässlich des Tonfilm-Jubiläums der von Bauer herausgegebene "Deutsche Spielfilm-Almanach 1929-1950", der zu einem Standardwerk der filmhistorischen Forschung wurde.

Bauers Beharrlichkeit und seinem Sachverstand sind das rasche Wachstum des Festivals und seine baldige internationale Reputation zu verdanken. Er war ein früher Verehrer der französischen Nouvelle Vague und führte schon 1966 eine "Woche des jungen Films" ein. Weitsicht bewies er 1970 mit der Entscheidung, das von den „Freunden der deutschen Kinemathek“ gegründete Internationale Forum des Jungen Films zur Mitarbeit an der Berlinale zu bewegen. Er führte die Berlinale durch die schwierigen Anfangsjahre, die wirtschaftlichen Engpässe der Nachkriegszeit und die diplomatischen Untiefen des Kalten Krieges. 1976 trat er in den Ruhestand und übergab sein Amt an Wolf Donner.

Alfred Bauer starb am 19. Oktober 1986 in Berlin. Ihm zu Ehren stifteten die Internationalen Filmfestspiele Berlin 1987 den Alfred-Bauer-Preis.

Neben der Berufung in internationale Jurys wurde Alfred Bauer in der Filmwelt mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt:

1968 Goldmedaille "für Verdienste um die Verbreitung des schwedischen Films" anlässlich der Internationalen Filmbegegnungen in Sorrent

1971 Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) "für die Verdienste um die Entwicklung der Internationalen Filmfestspiele Berlin und der Filmkunst"

1976 Ernennung zum Ritter des Silvester-Ordens durch Papst Paul VI.

1977 Verleihung des Titels eines Professors h.c. durch den Senat von Berlin "für hervorragende Verdienste um die Internationalen Filmfestspiele Berlin und auf dem Gebiet der Filmwissenschaft und Filmgeschichte"

1986 Medaille "Commandeur de L'Ordre des Arts et Lettres"

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